Haiti Vermeintlich ausgestorbene Froscharten gefunden

Sie galten rund 20 Jahre lang als ausgestorben - zu Unrecht, wie sich nun zeigt: Biologen haben auf Haiti ein halbes Dutzend seltener Froscharten aufgespürt. Naturschützer fordern, die letzten grünen Oasen des Landes zu bewahren.

Robin Moore / iLCP

Washington - Es war eine Expedition auf der Suche nach einem vermeintlich Verschwundenen. Seit mehr als 25 Jahren hatte niemand Froschlurche der Art Eleutherodactylus glanduliferoides in den Bergen von Haiti gesehen. Das Tier galt damit als ausgestorben. Im Oktober machten sich Wissenschaftler der Organisation Conservation International zusammen mit Experten der Amphibian Specialist Group der Weltnaturschutzunion (IUCN) trotzdem auf die Suche im Süden der Insel Hispaniola.

Das Ziel waren die Nebelwaldgebiete am Massif de la Hotte und Massif de la Selle. Dort verlief die Suche nach dem Frosch zwar ohne Erfolg. Dafür aber fanden die Forscher gleich eine ganze Gruppe von Fröschen, die ebenfalls als ausgestorben galten, nach denen sie aber gar nicht direkt gesucht hatten. Der Chef der Gruppe, Robin Moore, sprach von einem "Schatz". Der Fund biete auch Hoffnung für die gebeutelte Bevölkerung von Haiti, weil es im Land eben auch noch positive Nachrichten gebe.

Insgesamt konnte die Expedition 25 der 49 Amphibienarten von Haiti finden - und das innerhalb von nur acht Tagen. Sechs als ausgestorben klassifizierte Arten konnten die Wissenschaftler in den tropischen Wäldern wiederentdecken. Dazu gehört ein kleiner Frosch, der wegen der von ihm ausgesandten melodischen Töne nach dem Komponisten Wolfgang Amadeus Mozart benannt ist (Eleutherodactylus Amadeus). Der ebenfalls wiederentdeckte Eleutherodactylus thorectes zählt mit gut anderthalb Zentimetern zu den kleinsten Forscharten der Welt.

Haiti gehört zu den ärmsten Ländern der Welt. Nicht zuletzt deswegen hatte das katastrophale Erdbeben im Januar 2010 so schwere Konsequenzen. Rund 230.000 Menschen starben damals. Doch die Botschaft der Amphibienforscher ist eindeutig: Selbst in der stark beanspruchten Umwelt des Krisenstaates gibt es noch immer grüne Inseln. Und die gilt es zu schützen.

Es ist nicht das erste Mal, dass ausgestorben geglaubte Amphibienarten wiedergefunden werden. So hatten Forscher im September die Wiederentdeckung von zwei Frosch- und einer Salamanderspezies in Südamerika und Afrika bekanntgegeben.

chs



insgesamt 4 Beiträge
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Titmouse 12.01.2011
1. Na endlich !
Zitat von sysopSie galten rund 20 Jahre lang als ausgestorben - zu Unrecht, wie sich nun zeigt: Biologen haben auf Haiti ein halbes Dutzend seltener Froscharten aufgespürt. Naturschützer fordern, die letzten grünen Oasen des Landes zu bewahren. http://www.spiegel.de/wissenschaft/natur/0,1518,739181,00.html
War auch höchste Zeit. Das Leben ohne die glücklicherweise aufgespürten Froscharten war einfach unerträglich geworden.
atomkraftwerk, 12.01.2011
2. .
Bin ich gespannt was all die Ökofuzzis dazu sagen die ja immer behaupten es würde alles aussterben wenn die Menschheit nicht wieder freiwillig auf Steinzeitniveau lebt. Vielleicht sollten die Öko-Armageddon-Spinner mal genauer hinsehen. Erinnert mich an eine Geschichte aus der Bibliothek früher. Da wurde ein gigantischer Aufstand gemacht weil angeblich viele Bücher verschwunden waren. Nachdem man sie wieder richtig einsortierte waren alle wieder da.
zebio 12.01.2011
3. Sprechende Frösche?
"Dafür aber fanden die Forscher gleich eine ganze Gruppe von Fröschen, die ebenfalls als ausgestorben galten, nach denen sie aber gar nicht direkt gesucht hatten. Der Chef der Gruppe, Robin Moore, sprach von einem 'Schatz'." Das ist doch was für den Hohlspiegel. ;-)
Jogy 13.01.2011
4. Froscharten
Gestern Abend muss wohl der Tag der Hohlköpfe gewesen sein. Sollte eigentlich aussterben! Tut es aber nicht. Im Gegenteil, die Vermehren sich Dank Pisa. Die Flora und Fauna gilt es zu schützen----vor uns! Aber nicht militant. Vieleicht mit uns. Voraussetzung ist natürlich etwas Inhalt im, wie heisst das doch nochmal, achso, Hirn!! Viel "Spass" noch.
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