Aufgeheizte Elbe Hamburg warnt vor Fischsterben

Durch die hohen Temperaturen könnten in Hamburg massenhaft Fische sterben, befürchtet die zuständige Umweltbehörde. Der Sauerstoffgehalt ist bereits dramatisch gesunken, die Aussicht auf Rettung gering.
Wels in Hamburg

Wels in Hamburg

Foto: imago/blickwinkel

Die Hamburger Umweltbehörde warnt vor einem Fischsterben in der Elbe und anderen Gewässern. Wegen der hohen Temperaturen und der niedrigen Wasserstände seien die Sauerstoffwerte teilweise deutlich unter die für Fische kritische Schwelle gesunken, heißt es in einer Mitteilung . Besonders bedroht seien Fischarten, die viel Sauerstoff benötigen wie Lachse, Meerforellen und Neunaugen.

Demnach wird es für Fische kritisch, wenn der Sauerstoffwert unter vier Milligramm pro Liter Wasser fällt. An einigen Stellen seien bereits Werte von weniger als zwei Milligramm gemessen worden. Derzeit liegen die Temperaturen in der Hamburger Elbe bei 20 bis 25 Grad Celsius  und damit bis zu zehn Grad Celsius höher als noch vor einem Monat.

Erstes Fischsterben in Wilhelmsburg

Bereits am Wochenende war es im Hamburger Stadtteil Wilhelmsburg zu einem massiven Fischsterben gekommen. Die Feuerwehr war im Dauereinsatz, fischte tote Tiere aus dem Wasser und pumpte frisches, sauerstoffreiches Wasser in den Kanal.

Die Möglichkeiten für Rettungsmaßnahmen in der Elbe seien jedoch minimal, betonte die Behörde. Selbst wenn zusätzlich Sauerstoff in die Elbe gepumpt würde, hätte das kaum Auswirkungen. Das Wasservolumen des Flusses sei einfach zu groß. Die Stadt steuere aber "mittelfristig" gegen und plane weitere Naturschutzgebiete und Renaturierungsmaßnahmen an Gewässern.

Da sich die Wetterlage in den kommenden Tagen voraussichtlich nicht ändern werde, könnte sich die Situation noch weiter verschärfen. Da außerdem Starkregen droht, könnten zusätzlich Sedimente in die Gewässer eingespült werden. Es müsse "mit einem sichtbaren Fischsterben gerechnet werden", hieß es weiter.

Hamburg bittet Bürger um Hilfe

Die Behörde gibt jedoch nicht nur den hohen Temperaturen Schuld an dem drohenden Fischsterben, sondern vor allem dem Menschen. Über die Jahrhunderte habe der Bau von Deichen, Hafenanlagen und Fahrrinnen das Flussbett verändert.

Dazu komme die sommerliche Algenblüte, die durch Nährstoffeinspülungen aus Landwirtschaft und Abwässern begünstigt werde. Diese Algen werden von Bakterien zersetzt, die dabei viel Sauerstoff verbrauchen, den sie dem Wasser entziehen. Die Stadt bittet Bürger, Anzeichen für Probleme in Flüssen oder Seen schnell an die Ämter weiterzugeben.

koe/AFP
Die Wiedergabe wurde unterbrochen.