Harbin Smog-Chaos in chinesischer Millionenstadt

Massenkarambolagen auf den Straßen, der Flughafen gesperrt, Schulen geschlossen: Extremer Smog hat die chinesische Stadt Harbin zum Teil lahmgelegt. Die dort herrschenden Feinstaubwerte gelten als stark gesundheitsgefährdend.


Harbin - Heftiger Smog hat am Montag das öffentliche Leben in der chinesischen Millionenstadt Harbin in Teilen lahmgelegt und ein Verkehrschaos ausgelöst. Auf Bildern des Senders CCTV waren die Formen und Farben der Metropole, die in schwarzen Rußwolken versank, nur noch schemenhaft auszumachen. In der Hauptstadt der nordöstlichen Provinz Heilongjiang leben elf Millionen Menschen.

Wie ein Verkehrspolizist der amtlichen Nachrichtenagentur Xinhua sagte, wurden Autofahrer wegen der miserablen Sicht nicht einmal mehr bestraft, wenn sie über rote Ampeln fuhren. Messungen zufolge lag die Belastung mit sehr kleinen Feinstaubpartikeln (PM2.5) zum Teil bei rund tausend Mikrogramm pro Kubikmeter. Nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) sollte eine Belastung von 20 Mikrogramm pro Kubikmeter langfristig nicht überschritten werden.

Smog soll noch mindestens einen Tag anhalten

An Schulen fiel der Unterricht aus. Die Polizei sperrte Schnellstraßen ab, viele Buslinien stellten den Dienst ein. Auch am Flughafen ging nichts mehr. Berichten zufolge kam es dennoch zu Massenkarambolagen auf den Straßen Harbins, das für sein Eis- und Schneeskulpturenfestival berühmt ist. Der Smog soll noch mindestens 24 Stunden anhalten.

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China: Smog-Chaos in Harbin
Nach Einschätzung der Zeitung "Beijing Times" dürfte das Smog-Chaos damit zusammenhängen, dass wegen des nahenden Winters das städtische Heizungsnetz angeschaltet worden sei. Der massive Verbrauch von Kohle und der rasante Industrieaufstieg Chinas sorgen landesweit für Luftverschmutzung. Das verärgert aber auch zunehmend die Bevölkerung und bringt so die neue Staatsführung in Zugzwang.

Peking hatte im Juni Maßnahmen erlassen, laut denen örtliche Regierungsvertreter persönlich für verbesserte Luftqualität haften sollen. Im Januar hatte die chinesische Hauptstadt extreme Smog-Probleme, an einem Tag lag die Belastung mit PM2.5-Feinstaub bei mehr als 900 Mikrogramm pro Kubikmeter.

wbr/AFP/Reuters



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