Havarieschiff "Rena" Schlechtes Wetter stoppt Rettungsaktion vor Neuseeland

Rückschlag für die Bergungsteams am havarierten Containerschiff "Rena": Sie wollten das Auslaufen weiteren Öls verhindern, mussten das Abpumpen am Montagabend jedoch wegen schlechten Wetters beenden. Das vor Neuseeland auf Grund liegende Schiff droht auseinanderzubrechen.

Getty Images/ Maritime New Nealand

Auckland - Im Kampf gegen eine Ölpest vor der Küste Neuseelands haben die Bergungsteams an dem havarierten Containerschiff "Rena" ihre Arbeit vorübergehend einstellen müssen. Als Grund wurden die schlechten Wetterbedingungen genannt, die eine Fortsetzung des Abpumpens am Montagabend zu gefährlich machten. Die Wellen waren bis zu vier Metern hoch, die Windgeschwindigkeit erreichte 65 km/h.

Etwa tausend Tonnen Öl konnten in den vergangenen zwei Tagen abgepumpt werden, weitere 1400 Tonnen befinden sich noch an Bord. Experten gehen davon aus, dass die "Rena" angesichts großer Risse im Rumpf jederzeit zerbrechen kann. An der Situation des Schiffs habe sich nichts geändert, sagte ein Behördensprecher. Nach wie vor halte es zusammen, doch es gebe gefährliche Risse im Rumpf auf beiden Seiten.

Seit das Schiff am Anfang Oktober auf Grund lief, sind nach Schätzungen der Behörden etwa 350 bis 400 Tonnen Treibstoff ins Meer gelaufen. Neuseeland erlebt damit seine bislang schwerste Umweltkatastrophe. Die Behörden warnen vor dem Verzehr von Fisch aus der Region, vom Schwimmen an den betroffenen Stränden wird abgeraten. Den Verschmutzungen durch den Ölteppich in dem Naturparadies sind schon mehr als tausend Seevögel zum Opfer gefallen.

Die 236 Meter lange "Rena", die unter der Flagge Liberias fährt, war am 5. Oktober 20 Kilometer vor der Hafenstadt Tauranga am Astrolabe-Riff auf Grund gelaufen und leckgeschlagen. Wegen der starken Schlagseite sind Dutzende Container ins Meer gefallen, weitere könnten folgen.

Experten wie Einheimische rätseln, wie der Frachter überhaupt mit dem Riff kollidieren konnte: Es ist nur 80 Meter breit, meistens auch gut sichtbar - und seit 1827 in den Seekarten verzeichnet, wie örtliche Medien festhielten.

hda/dapd

insgesamt 9 Beiträge
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Phoeni, 18.10.2011
1. ...
Mal ne blöde Frage in den Raum geworfen. Man sieht auf den Bildern ja den Riss, der immer größer wird. Wieso wird nicht einfach ne dicke Stahlplatte oder nen paar T-Träger über den Riss geschweißt, um das auseinanderbrechen wenigstens etwas zu verschieben?
OnkelUlli 18.10.2011
2. Konstruktion..
In der Tankerschiffahrt ist ma inzwischen weltweit auf doppelwandige Tanker umgetiegen. Dies verhindert zumindest zum Teil, dass bei einer Havarie unmittelbar Öl aus dem Tanker ausläuft. . Bei der Frachtschiffahrt, gleichgültig ob Container, Autotransporter oder sonstige Bulk-Carrier hat man jedoch nach ie vor den Treibstoff (meist Schweröl) in der Bilge untergebracht. Diese befindet sich an der am meisten gefährdeten Stelle des Schiffes, nämlich am Boden. Würde man hergehen und drt eine doppelwandige Konstruktion einführen, würde die Gefahr bei einer Havarie mit einem Riff oder sonstiger Grundberührung sicher eingeschränkt werden. Der ganze Spaß dürfte den Bau des Schiffes nicht wesentich verteuern, aber sur Sicherheit beitragen!
MTBer 18.10.2011
3. Dann risse es sofort daneben!
Zitat von PhoeniMal ne blöde Frage in den Raum geworfen. Man sieht auf den Bildern ja den Riss, der immer größer wird. Wieso wird nicht einfach ne dicke Stahlplatte oder nen paar T-Träger über den Riss geschweißt, um das auseinanderbrechen wenigstens etwas zu verschieben?
Schiffrümpfe sind nicht steif ausgelegt. Sie verbiegen sich schon unter dem eigenen Gewicht - geschweige denn mit Ladung. Und nach Biegen kommt Reißen. Ich glaube nicht einmal, dass ein doppelwandiger Rumpf hier etwas helfen würde. Dieses Schiff ist unrettbar verloren.
seppfrieder 18.10.2011
4. Stimmt nicht ganz
Zitat von OnkelUlliIn der Tankerschiffahrt ist ma inzwischen weltweit auf doppelwandige Tanker umgetiegen. Dies verhindert zumindest zum Teil, dass bei einer Havarie unmittelbar Öl aus dem Tanker ausläuft. . Bei der Frachtschiffahrt, gleichgültig ob Container, Autotransporter oder sonstige Bulk-Carrier hat man jedoch nach ie vor den Treibstoff (meist Schweröl) in der Bilge untergebracht. Diese befindet sich an der am meisten gefährdeten Stelle des Schiffes, nämlich am Boden. Würde man hergehen und drt eine doppelwandige Konstruktion einführen, würde die Gefahr bei einer Havarie mit einem Riff oder sonstiger Grundberührung sicher eingeschränkt werden. Der ganze Spaß dürfte den Bau des Schiffes nicht wesentich verteuern, aber sur Sicherheit beitragen!
Bei den Tankern wird die Ladung (Rohöl) im Rumpf gefahren bei Frachtern wird ebenfalls die Ladung im Rumpf gefahren. Bei Tankern wie auch bei Frachtern wird der Schiffsbetriebskraftstoff im Doppelboden oder wie bei Containerschiffen oft üblich in den Seitentanks gefahren. Erst bei neueren Konstruktionen wird bei Containerschiffen wie auch Tankern das Treiböl in Tanks zwischen den Laderäumen gebunkert, so das bei Grundberührung ein besserer Schutz gegen Leckagen besteht.
jujo 18.10.2011
5. Für mich Totalschaden
Zitat von MTBerSchiffrümpfe sind nicht steif ausgelegt. Sie verbiegen sich schon unter dem eigenen Gewicht - geschweige denn mit Ladung. Und nach Biegen kommt Reißen. Ich glaube nicht einmal, dass ein doppelwandiger Rumpf hier etwas helfen würde. Dieses Schiff ist unrettbar verloren.
Bei Schiffen über 100m Länge kommen doch schon beträchtliche Biegemomente zusammen. Deshalb ist der Schiffbaustahl auch nicht hochfest, ich glaube ST 35, haben solche Schiffe eine durchgehende Reling sind dort an Deck in gewissen Abständen Dehnungsfugen eingefügt, Rohrleitungen haben Dehnungsbögen oder flexible Rohrkupplungen. Es gab mal ein berühmtes Foto auf dem zu sehen war, das ein US-Soldat auf einem aircraftcarrier auf dem Flugzeugdeck mittels der Dehnungsfuge Nüsse knackte.
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