Hilfreiche Bakterien Biokraftstoff aus dem Termiten-Darm

Holz ist das tägliche Brot der Termiten. Sie können es nur verdauen, weil ihnen dabei bestimmte Darmbakterien helfen. Die Mikroben bauen das Holz so effizient ab, dass Forscher sie für potentielle Biokraftstoff-Hersteller halten.

Wenn Termiten einmal in Fahrt sind, ist nur wenig Hölzernes vor ihnen sicher. Selbst vor Häusern schrecken die Insekten nicht zurück. Jetzt haben Forscher herausgefunden, wie der Holzhunger der Krabbeltiere auch für Menschen nutzbar gemacht werden könnte.

Da Termiten das Holz nicht selbst verdauen können, beherbergen sie in ihrem Enddarm eine Reihe von Untermietern für diese Aufgabe. Und diese Bakterien könnten eine wichtige Rolle bei der Umwandlung von Holz in Bio-Kraftstoff spielen, schreiben Forscher um Falk Warnecke vom DOE Joint Genome Institute in Walnut Creek (US-Bundesstaat Kalifornien) im Fachblatt "Nature".

Die Termiten bildeten "bei der Umwandlung von Holz eine Gruppe äußerst leistungsfähiger Organismen", kommentiert Andreas Brune vom Marburger Max-Planck-Institut für Mikrobiologie ebenfalls in "Nature". Ihr Darm sei zwar "winzig, funktioniert aber wie ein Bioreaktor mit erstaunlicher Leistungsfähigkeit".

Warnecke und seine Kollegen haben im Darm der Termiten Bakterien entdeckt, die Holz in Zellulose und Xylan zersetzen. Eine Genanalyse ergab, dass es sich bei den Mikroben vor allem um Bakterien der Stämme Fibrobacteres und Spirochaetes handelt. Fibrobakterien wurden bisher noch nicht im Labor gezüchtet, erklärt Brune. Sie seien entfernt verwandt mit den Verdauungsbakterien in Kuhmägen.

Die Mikroben funktionieren nach Meinung der Forscher erstaunlich effizient. "Das mikrobiologische Umfeld im Darm der Termiten kann theoretisch ein DIN-A4-Blatt in zwei Liter Wasserstoff umwandeln", sagte Brune. Die Bakterien kämen deshalb als Produzenten von Bio-Kraftstoffen in Frage. Brune und seine Kollegen glauben, dass in den Termiten noch weitere mikrobiologische Überraschungen schlummern, die sich als vielversprechende Katalysatoren für chemische Prozesse entpuppen könnten.

lub/AFP

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