Himalaja Riesen-Beben verformte Nepal

Ein gewaltiges Erdbeben vor rund 900 Jahren ist für die verformte Erdkruste im Himalaja verantwortlich. Die Region, in der sich zwei Erdplatten unter großem Druck gegeneinander schieben, ist so stark deformiert, dass heutige Beben kaum noch bis an die Oberfläche durchdringen können.

Im Jahr 1100 muss die Erde im Gebiet des heutigen Nepal ganz gehörig gewackelt haben: Wissenschaftler sind dort auf Spuren eines Erdbebens mit der Stärke 8,8 gestoßen, das das Aussehen der Region bis in die Gegenwart hinein geprägt hat.

Wie die Seismologen aus Frankreich, Nepal und den USA im Fachmagazin "Science" berichten, hat das Beben die Erdoberfläche um bis zu 17 Meter verschoben. Im Süden Nepals, wo sich die asiatische Platte langsam gegen die indische schiebt und dabei die mehr als 8000 Meter hohen Berge im Himalaja aufwirft, könnte sogar ein bis zu 240 Kilometer langer Riss in der obersten Erdkruste entstanden sein.

Seitdem ist die Gegend immer wieder von starken Erdbeben heimgesucht worden - allein im vergangenen Jahrhundert registrierten Geologen drei Beben mit einer Stärke zwischen 7,8 und 8,5. Neue Risse an der Oberfläche sind dabei allerdings nicht aufgetaucht; offensichtlich war die Deformation vor rund 900 Jahren dafür zu stark. Aktuelle Erdbeben tragen demnach zwar zur weiteren Auffaltung des Himalajas bei, bis an die Oberfläche können sie aber nicht mehr vordringen.

Dazu bräuchte es, so die Schlussfolgerung des Forscherteams um Jérôme Lavé vom Laboratoire de Géodynamique des Chaînes Alpines im französischen Grenoble, eines neuen Superbebens. Das allerdings dürfte Berechnungen der Wissenschaftler zufolge frühestens in 900 Jahren anstehen.

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