Hinweis der Redaktion "Wie Deutschland seine Klimabilanz schönrechnet" - Korrektur

Am 10. Dezember veröffentlichten wir einen Artikel über Deutschlands Klimaschutz-Bilanz. SPIEGEL ONLINE hat diesen Beitrag wegen inhaltlicher Fehler entfernt und bittet seine Leser um Entschuldigung.

In dem Artikel, der an dieser Stelle erschienen ist, wurde zunächst irrtümlich der Eindruck erweckt, Walter Radermacher sei der gegenwärtige Präsident des Statistischen Bundesamts. Dieses Amt hat inzwischen Roderich Egeler inne.

Weiterhin wurde der Vorwurf erhoben, das Statistische Bundesamt schöne die Zahlen zu den Treibhausgas-Emissionen Deutschlands, indem es Emissionen, die im Ausland bei der Produktion von Importgütern entstanden sind, nur unzureichend in die deutsche Statistik aufnimmt. Dies entspricht jedoch nicht den Tatsachen.

Hintergrund unserer Berichterstattung war der Umstand, dass viele energieintensive Industrien in die Schwellenländer abwandern, ohne dass die reichen Nationen ihren Konsum etwa von Stahl und Zement nennenswert verringern. Diese sogenannten eingelagerten Emissionen ("embodied emissions") werden den armen Ländern zugerechnet, obwohl sie für den Konsum der reichen Länder entstehen. Sie machten 2001 allein für die EU 500 Millionen Tonnen CO2 aus, wie eine Studie der norwegischen Universität für Wissenschaft und Technologie in Trondheim und der Umweltorganisation WWF besagt.

In Deutschland wurde dieser Effekt vom Statistischen Bundesamt, anders als berichtet, berücksichtigt. Jedoch gibt es zu diesem Thema in der Behörde verschiedene Rechenweisen. Das Bundesamt weist (etwa zur jährlichen Pressekonferenz) durchaus Zahlen aus, die die Klimabelastungen bei importierten Gütern nach dem jeweiligen Herkunftsland aufstellen und rechnet sie Deutschland zu.

An anderer Stelle wiederum rechnet die Behörde anders: In der "Umweltökonomischen Gesamtrechnung" (UGR) werden die Importe der deutschen Produktion gleichgestellt, was den Ausstoß von Kohlendioxid angeht. Dabei wird, wie es dort heißt, "unterstellt, dass die gleichen Produktionsverhältnisse im Ausland zu Emissionen führen, wie im Inland".

Die verschiedenen Rechenweisen machen aus Sicht des Statistischen Bundesamts kaum einen Unterschied im Ergebnis, dass Deutschland mehr Kohlendioxid erzeugt als verursacht. Die OECD kommt in dieser Frage zu anderen Ergebnissen.

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