Hitze in Deutschland So kommt Ihr Haustier gut durch den Sommer

Hechelnde Hunde, träge Katzen, Wellensittiche mit aufgerissenem Schnabel: Auch Haustiere leiden unter der Hitze. Was Besitzer jetzt tun können.
Auch Hunde sehnen sich bei hohen Temperaturen nach einer Abkühlung

Auch Hunde sehnen sich bei hohen Temperaturen nach einer Abkühlung

Foto: Patrick Pleul/ picture alliance / Patrick Pleul/dpa-Zentralbild/dpa

Die Sonne scheint, die Temperaturen steigen. Für Tiere kann der Sommer zur Qual werden. Mit diesen Tipps kann man den Tieren das Leben erleichtern.

So wenig im Auto lassen wie möglich

Schnell noch was besorgen und den Hund solange im Auto lassen? Das ist derzeit keine gute Idee. »Egal ob Hunde, Katzen oder andere Tiere: Alle sollten derzeit so wenig wie möglich im Auto transportiert werden«, sagt Svenja Broocks von der Tierklinik im Alstertal. Gerade wenn das Auto mit geschlossenen Fenstern in der Sonne steht, kann es schnell zur Todesfalle werden.

Das Problem: Hunde können sich nicht wie Menschen durch Schwitzen abkühlen. Sie hecheln, um nicht zu überhitzen. Das geht aber nur begrenzt. Steigen die Temperaturen auf 30 Grad – egal ob im Auto, draußen oder in der Wohnung, wird es problematisch. Obwohl Hunde hecheln, steigt ihre Körpertemperatur, und das kann schon nach wenigen Minuten gefährlich werden. Im schlimmsten Fall setzt die Atmung aus und der Hund stirbt. Vorher sendet er jedoch Warnsignale (siehe unten).

Auch für andere Tiere, vor allem für Kaninchen oder Meerschweinchen, kann die Hitze lebensgefährlich werden.

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Hunde, Katzen und Co.: Tierische Hitze

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Tiere genau beobachten

»Legt sich ein Hund auf die Seite und hechelt dabei sehr schnell, ist das ein Anzeichen dafür, dass das Tier überhitzt«, sagt Broocks. Auch wenn sich die Schleimhäute, beispielsweise an den Augen, lila verfärben, ist es ein Anzeichen dafür, dass den Tieren zu heiß ist. In solchen Fällen müssen sie umgehend gekühlt werden, beispielsweise, indem man den Hund bis auf die Haut mit Wasser benetzt oder Wadenwickel anlegt. Hunde sollten jedoch nicht komplett in nasse Tücher eingewickelt werden.

Katzen kommen mit der Hitze in der Regel besser klar als Hunde. Sie suchen sich meist von allein schattige Plätze. Allerdings sollten Halter gerade auf ältere und jüngere Katzen aufpassen, weil diese manchmal in der Sonne liegen bleiben, obwohl sie längst überhitzen. Auch Wohnungskatzen brauchen kühle und schattige Räume, notfalls den Keller.

Ausreichend Trinkwasser

Bei hohen Temperaturen brauchen alle Tiere ausreichend frisches Trinkwasser, egal ob Hund, Katze, Meerschweinchen oder Kaninchen. Bei Hunden kann auch ein Bad im See für Abkühlung sorgen. »Allerdings sollte man auf die Gewässerqualität achten«, sagt Broocks. Im Moment sind beispielsweise zahlreiche Badeseen gesperrt, weil sich durch die Hitze Blaualgen und Krankheitserreger explosionsartig vermehren. Wenn Menschen dort nicht baden sollten, gilt das meist auch für Hunde. »Eine Alternative zum See kann beispielsweise eine Abkühlung im Planschbecken sein«, sagt Broocks.

Nicht überanstrengen

Die meisten Tiere sind bei Hitze träge. Das ist völlig normal, und Halter sollten sie nicht animieren, sich mehr zu bewegen. »Lange Spaziergänge sollte man auf morgens oder abends verlegen«, sagt Broocks. Auch Besuche am Baggersee können für Hunde zur Qual werden, wenn sie in der Sonne auf der Decke liegen sollen. Denn was Menschen als angenehme Wärme empfinden, ist für Hunde oft schon plagende Hitze.

Notfalls zum Schergerät greifen

Ein dickes Fell sorgt zusätzlich dafür, dass sich Wärme staut. »Es kann eine große Erleichterung sein, den Hund zu scheren«, sagt Ariane Ullrich vom Berufsverband der Hundeerzieher. »Das gilt insbesondere für alte und geschwächte Hunde.« Katzen sollte man dagegen besser nicht scheren. Ein normal ausgebildetes Fell schützt sie nicht nur vor Kälte, sondern auch Hitze. Die Ausnahme sind Langhaarkatzen. Sie fühlen sich meist wohler, wenn sie im Sommer ein kürzeres Fell haben.

Käfige gehören nicht aufs Fensterbrett

Auch Vögeln macht die Hitze zu schaffen. Sie öffnen beispielsweise ihren Schnabel, um sich abzukühlen. Zudem leiten sie die Wärme über Körperstellen ab, an denen sie keine Federn haben. So stellen sie in der Natur etwa ihre Beine ins Wasser und können so ihre Körpertemperatur herunterkühlen.

Vogelhalter können ihren Tieren in einem flachen Schälchen ausreichend frisches Wasser anbieten. Außerdem mögen es viele Vögel, wenn man sie mit lauwarmen Wasser besprüht oder feuchte Äste in den Käfig legt. Auch Gurkenscheiben und frische Salatblätter können für Abkühlung sorgen.

Noch empfindlicher als Vögel reagieren Kaninchen und Meerschweinchen auf die Hitze. Sie brauchen auf jeden Fall Schatten, Halter können beispielsweise Sonnenschirme aufstellen. »Ich selbst bringe meine Meerschweinchen tagsüber rein, weil es dort deutlich kühler ist«, sagt Broocks. Zugluft sollte man allerdings unbedingt vermeiden, da sich die Tiere dann schnell erkälten können.

koe/dpa
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