Icarus Globales Tierbeobachtungsprojekt beginnt mit Testphase

In einem spektakulären Forschungsprojekt wollen Wissenschaftler Tierwanderungen weltweit dokumentieren, Erdbeben vorhersagen und die Ausbreitung von Krankheitserregern verfolgen. Nun startet der Testbetrieb.

Papagei mit Sender: Die Daten werden zur ISS geschickt
Sergio Izquierdo

Papagei mit Sender: Die Daten werden zur ISS geschickt


Das deutsch-russische Tierbeobachtungsprojekt Icarus geht am Mittwoch in den Testbetrieb. Wissenschaftler wollen mit dem System mehr über das Leben der Tiere auf der Erde herausfinden, aber auch den Menschen schützen.

Dazu statten sie verschiedene Tiere - etwa Zugvögel, aber auch Bären oder Ziegen - mit Miniatursendern aus. Die Daten werden auf der Internationale Raumstation ISS gesammelt und von dort an eine Bodenstation weitergeleitet, die sie an Forscherteams weltweit verteilt.

Mithilfe der Informationen wollen Wissenschaftler herausfinden, auf welchen Routen die Tiere wandern, unter welchen Bedingungen sie leben und wie sie am besten geschützt werden können. Tiere können bei ihren Wanderungen auch Krankheitserreger verbreiten, die das Potenzial haben, Artgenossen oder dem Menschen gefährlich zu werden. Das Wissen über ihre Routen soll helfen, Epidemien vorzubeugen, einzudämmen oder zurückzuverfolgen.

Zudem könnte Icarus als Frühwarnsystem für Naturkatastrophen wie Erdbeben und Vulkanausbrüche dienen. In der Vergangenheit gab es immer wieder Hinweise darauf, dass Tiere sich vor solchen Ereignissen auffällig verhalten, etwa unruhig werden (mehr dazu lesen Sie hier).

Die Daten sind für alle zugänglich

Zunächst startet das Projekt mit einer Testphase. Ingenieure und Wissenschaftler werden die Systemkomponenten am Boden und an Bord der ISS prüfen. Außerdem werden sie die Sender testen, die die Daten der Tiere erfassen. Erst im Anschluss wird Icarus der weltweiten Forschergemeinschaft zur Verfügung stehen - das wird voraussichtlich im Herbst oder Winter 2019 der Fall sein.

Icarus ist ein Kooperationsprojekt der russischen Raumfahrtbehörde Roskosmos und des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR). Geleitet wird es von Martin Wikelski vom Max-Planck-Institut für Verhaltensbiologie in Konstanz. Die Resultate werden unter anderem in der für jedermann frei zugänglichen Datenbank Movebank veröffentlicht.

jme/AFP/dpa

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