Illegaler Tierhandel Onlineversand von Spinnen und Skorpionen boomt

Händler schicken sie in Schachteln und Kartons um die Welt: Exotische Spinnen und Skorpione werden massenhaft illegal gefangen, gezüchtet und verkauft. Einige Exemplare sind besonders gefragt.
Exotische Spinne in einem Terrarium

Exotische Spinne in einem Terrarium

Foto: Roman Stasiuk / iStockphoto / Getty Images

Mehr als tausend Spinnen- und Skorpionarten werden einer aktuellen Analyse zufolge gehandelt – meistens unkontrolliert und mit falschen Herkunftszertifikaten. Gut zwei Drittel der verkauften Tiere seien vermutlich Wildfänge, berichtet ein internationales Forscherteam im Fachmagazin »Communications Biology« . Viele der Spezies könnten aus bedrohten Beständen stammen, nur zwei Prozent unterlägen den internationalen Handelsbestimmungen.

Eine Analyse von internationalen Verkaufslisten und Webseiten ergab insgesamt 1264 gehandelte Arten, 993 davon (79 Prozent) fand das Fachteam ausschließlich online und nicht in Handelsdatenbanken. Vermutlich befeuere die Möglichkeit, Jungtiere und auch ausgewachsene Exemplare per Post verschicken zu können, den Onlinehandel, heißt es in der Studie.

Am häufigsten tauchten mit 903 Arten Spinnen in der Suche auf, gefolgt von Skorpionen mit 350 Arten und Geißelskorpionen mit 11 Arten. Von der Gruppe der Taranteln gelangten die Hälfte aller bekannten Arten in den Handel. Einige der bekannteren Spezies finden Sie hier:

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Exotisch, selten, begehrt: Illegale Händler fangen diese Arten einfach in der Wildnis

Foto: Chien C. Lee / dpa

Zahlreiche unbekannte Spinnenarten vermutet

Viele der gehandelten Tiere stammten aus Ländern, in denen sie nicht heimisch seien, so die Fachleute. So sei etwa von der Hälfte aller angeblich aus Chile importierten Arten nicht bekannt, dass diese dort vorkommen. Das deute entweder auf mangelnde Kenntnis der Verbreitung einzelner Arten hin – oder auf die Verschleierung der Herkunft, um etwa strengere Handelsbeschränkungen einzelner Länder zu umgehen.

Insgesamt gebe es viele Wissenslücken, die eine Kontrolle des Handels erschweren und damit einen Schutz der natürlichen Bestände erleichtern würden, so das Fazit der Forscherinnen und Forscher. So seien viele Arten noch nicht wissenschaftlich beschrieben, ihre Lebensräume und ihre Verbreitung oft unbekannt. Zudem würden die Tiere oft unter ihren Trivialnamen gehandelt, unterscheidbar seien einzelne Arten oft nur von Fachleuten. Werden Spezies neu beschrieben – in den vergangenen gut 20 Jahren waren es mehr als 17.000 Arachnoiden – gelangen sie oft innerhalb kurzer Zeit in den Handel.

sug/dpa