Bis in die Bronx Neue Froschart in New York entdeckt

Wäre es das Amazonasgebiet, niemand hätte sich gewundert: Hier werden immer wieder neue Tiergattungen entdeckt. Jetzt aber haben Biologen eine neue Froschart gefunden - und das in New York.  

Auf Staten Island zuhause: Mitten in (New York) hüpft eine neu entdeckte Froschart
AP/ UCLA

Auf Staten Island zuhause: Mitten in (New York) hüpft eine neu entdeckte Froschart


New York - Die Biologen staunten nicht schlecht über ihre Entdeckung. Ausgerechnet in der größten Stadt der USA haben sie eine bisher unbekannte Froschart gefunden. Anders als bisher angenommen gehöre die grüne, gefleckte Amphibie nicht zu einer verbreiteten Unterart des Leopardfroschs, sondern zu einer anderen, bisher unbekannten Unterart, sagte der Biologe Brad Shaffer von der University of California (Los Angeles).

Es sei schon erstaunlich, dass dies in New York so lang unentdeckt bleiben konnte, zumal Frösche eigentlich recht auffällige Tiere seien. Die Biologen Catherine Newman und Jeremy Feinberg hatten das Erbgut des Tiers mit dem verschiedener anderer Unterarten des Leopardfrosches verglichen und den Unterschied festgestellt.

Auch das Quaken der Frösche unterscheidet sich von dem der bislang bekannten Varianten des Leopardfroschs, sagt Schaffer. Veröffentlicht haben die Biologen ihre Ergebnisse im Fachmagazin "Molecular Phylogenetics and Evolution" (online).

Gefunden haben die Forscher den Frosch auf Staten Island, möglicherweise habe es die Unterart früher aber auch auf Manhattan und anderen Bezirken New Yorks gegeben. Einige Exemplare wurden auch in Connecticut entdeckt.

Der natürliche Lebensraum der neuen Unterart erstrecke sich von New Jersey bis nach Long Island, so Feinberg. Das geographische Zentrum reiche theoretisch bis in die Nähe des Yankee Stadion, wobei der Frosch in der Bronx (noch) nicht gefunden wurde.

Erst im Dezember hatten Forscher der Colorado State University neue Froscharten im Amazonasgebiet entdeckt. Auch das war für die Biologen eine Besonderheit: Die Spezies sehen äußerlich fast genauso aus wie bereits bekannte Arten und wurden daher bisher für deren Artgenossen gehalten. Bei der Untersuchung des Erbguts habe sich aber herausgestellt, dass ihre Gene so verschieden seien, dass sie sich nicht miteinander paaren könnten, schrieben die Wissenschaftler in den "Proceedings B" der Royal Society.

Weitere Überraschungen erwartet

Das Team hatte in sechs südamerikanischen Ländern viele Exemplare der Froschgattungen Engystomops und Hypsiboas gefangen. Bei den Fröschen der Gattung Engystomops wurden mit Hilfe der Gentests fünf bis sieben statt der bisher zwei bekannten Arten festgestellt. Und die vermeintlich zwei Arten der Hypsiboas-Gattung stellten sich als sechs bis neun eigenständige Spezies heraus.

Funk und seine Kollegen folgern aus der Entdeckung dieser versteckten, sogenannten kryptischen Arten, dass mindestens bei Fröschen in dieser Region die Vielfalt viel größer sei als bisher angenommen. Die Entdeckung der neuen Froschart in New York führt diese Überlegung fort - gilt die größere Artenvielfalt auch für andere Regionen, wie Brad Schaffer erklärt. "Wir zeigen, dass selbst in der größten Stadt der USA noch neue und bedeutende Arten darauf warten, entdeckt zu werden."

Anmerkung der Redaktion: In einer früheren Version dieses Artikels hieß es, die entdeckte Frosch-Unterart lebe mitten im Yankee-Stadion. Tatsächlich wurde der Forsch an mehreren Orten in New York entdeckt, aber nicht im Yankee Stadion und der Bronx. Wir bitten, den Fehler zu entschuldigen.

nik/dpa/afp



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