Satellitenbild der Woche Flecken auf der grünen Lunge

Der indonesische Wald ist eine der artenreichsten Regionen der Erde. Doch der Mensch schlägt immer größere Schneisen in das Paradies – und Satelliten beobachten die Zerstörung.
Entwaldung in Indonesien: Von oben wird das Ausmaß der Zerstörung sehr deutlich.

Entwaldung in Indonesien: Von oben wird das Ausmaß der Zerstörung sehr deutlich.

Foto: NASA Earth Observatory

Es ist nicht leicht, sich 750.000 Hektar Wald vorzustellen. Da hilft es auch wenig, wenn man weiß, dass diese Zahl rund dreimal der Fläche Luxemburgs entspricht. Und genau so viel Fläche wurde in der indonesischen Provinz Papua zwischen 2001 und 2019 an Regenwald gerodet.

Der Blick vom Himmel gibt einen Eindruck über die Naturzerstörung in Indonesien. Die Satellitenbilder von "Landsat 5" und "Landsat 8" (siehe unten) zeigen die Region entlang des Flusses Digul in der Nähe des Bezirks Banamepe – vor und nach den Rodungsarbeiten. Dort wandelten Unternehmen Regenwald in Plantagen um. Die linke Aufnahme stammt aus dem Jahr 2002, das rechte Bild von 2019.

Links: Aufnahme von 2002 des Satelliten "Landsat 5", rechts: Aufnahme von 2019 des Satelliten "Landsat 8"
Links: Aufnahme von 2002 des Satelliten "Landsat 5", rechts: Aufnahme von 2019 des Satelliten "Landsat 8"

Links: Aufnahme von 2002 des Satelliten "Landsat 5", rechts: Aufnahme von 2019 des Satelliten "Landsat 8"

Foto: NASA Earth Observatory / NASA Earth Observatory

Ein komplett intaktes Waldgelände wurde in dieser Zeit in mehrere landwirtschaftlich und industriell genutzte Flächen zerlegt. Das Gebiet ist nur eines der betroffenen Waldstücke in Papua. Die Provinz ist Teil von Westneuguinea, dem indonesischen Teil der Insel Neuguinea.

Lange blieb Papuas Wald verschont. Grund waren fehlenden Straßen und unzugängliche Wälder. Doch das änderte sich in den vergangenen zehn Jahren. Seit 2011 gibt es auch hier mehr wirtschaftliche Aktivitäten.

Rodungsflächen in der Provinz Papua.

Rodungsflächen in der Provinz Papua.

Foto: NASA Earth Observatory

Die Karte (oben) zeigt eindrücklich, dass gleich mehrere Flächen von Regenwald und Sumpfwald in größere Plantagen umgewandelt wurden. Die Daten hat die University of Maryland  zusammengestellt.

Zu sehen sei auch, dass es entlang der Flüsse wahrscheinlich zu einem kleinteiligen Holzeinschlag kam, meint David Gaveau, Autor einer neuen Studie  über Entwaldungsaktivitäten in Papua. Der sei eher durch Kleinbauern zu erklären, die Böden für den Anbau von Lebensmitteln suchten. Im unteren Drittel der Karte seien einige Entwaldungen auf saisonale Brände zurückzuführen.

Insgesamt sind rund zwei Prozent des Inselwaldes in den vergangenen 20 Jahren zerstört worden, schätzt Gaveau. Davon wurden rund 28 Prozent für Industrieplantagen (Ölpalme und Zellstoff) gerodet und 23 Prozent für landwirtschaftlichen Anbau. Der Rest des Waldes ist dem Holzhunger, der Begradigung von Flüssen und dem Ausbau von Straßen zum Opfer gefallen.

Die Rodungen vernichten  unwiederbringlich einen der artenreichsten Regenwald der Erde: Er beherbergt zehn Prozent der weltweit bekannten Pflanzenarten, 12 Prozent der Säugetierarten und 17 Prozent der Vogelarten. Indonesiens Wald erstreckt sich über 18.000 Inseln und ist zusammen genommen der drittgrößte Regenwald der Welt.

Die Artenvielfalt in Neuguinea ist nur teilweise katalogisiert, da die Insel als besonders unzugänglich gilt. Da die Insel einmal mit Australien verbunden war, leben hier ungewöhnliche Beuteltiere wie Baumkängurus. Unter den bemerkenswerteren Tieren der Insel befinden sich auch zwei Arten von Eier legenden Säugetieren wie der Ameisenigel.

sug