Satellitenbild der Woche Das Vulkan-Chamäleon

In keinem anderen Staat gibt es so viele Vulkane wie in Indonesien. Auf der Insel Bali hat ein Satellit gleich drei Feuerberge auf einmal abgelichtet. Einer ist besonders gut getarnt.

Osten der Insel Bali: Abseits der Touristenhochburgen gibt es viel Grün und zahlreiche Vulkane
ESA

Osten der Insel Bali: Abseits der Touristenhochburgen gibt es viel Grün und zahlreiche Vulkane


Die indonesische Insel Bali wird auch als Mallorca der Australier bezeichnet. Ähnlich wie die Deutschen ans spanische Mittelmeer, reisen die Aussies auf die Insel, um einmal im Jahr reichlich Alkohol zu tanken. Doch der Ruf als Insel für Saufgelage wird Bali nicht gerecht.

Verlässt man die recht dicht besiedelten Partyhochburgen im Süden der Insel, warten beeindruckende Landschaften. Der Osten beispielsweise ist von dichter Vegetation überzogen. Diese grüne Region hat der europäische Satellit "Sentinel-2" am 2. Juli 2018 fotografiert, veröffentlicht hat die Europäische Raumfahrtbehörde Esa die Aufnahme aber erst jetzt.

Darauf zu sehen sind mehrere Vulkane. Das verwundert nicht: Indonesien beherbergt so viele Feuerberge wie kein anderes Land der Welt. Die Inseln Java, Lombok, Sumbawa und Bali liegen geologisch betrachtet auf einer sogenannten Subduktionszone: Hier gleitet die Australische Platte unter die Eurasische, was den Untergrund immer wieder beben und Vulkane speien lässt. Die Region ist Teil des Pazifischen Feuerrings.

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Satellitenbild der Woche: Schnappschüsse aus dem All

Höchster Berg Balis

Am deutlichsten sticht im Bild der Vulkan Agung hervor (vergleiche Karte unten). Er ist mit gut 3000 Metern der höchste Berg auf Bali und noch aktiv. Bricht der Vulkan aus, ist es ratsam, Abstand zu halten. Bei Eruptionen Anfang der Sechzigerjahre starben mehr als tausend Menschen, 80.000 verloren ihr Zuhause. Es war einer der heftigsten Vulkanausbrüche im 20. Jahrhundert.

Anschließend blieb der Agung mehrere Jahrzehnte ruhig, im November 2017 brach er erneut aus. Glücklicherweise warnten kleine Erdbeben Behörden und Bevölkerung rechtzeitig. Hunderttausend Menschen wurden aus der Gefahrenzone evakuiert, um sie vor heißer Lava sowie Schlamm- und Schuttströmen zu schützen, die während der Regenzeit zusätzlich durch einen Vulkanausbruch entstehen können.

Verbunden durch Magmakanäle

Der Agung ist bis heute aktiv und spuckte etwa im Juni 2018 so viel Asche, dass Flüge auf Bali gestrichen werden mussten. Die Aschesäule des Vulkans kann mehrere Kilometer in die Atmosphäre reichen. Ist der Berg dagegen ruhig, dient er Touristen und Pilgern als Ausflugsziel. Im Hinduismus gilt er als heiliger Berg, auf etwa 900 Metern Höhe befindet sich ein Tempel.

Weniger deutlich im Bild zu erkennen, sind die beiden anderen aufgenommenen Vulkane. Nordwestlich des Agung liegt der 1717 Meter hohe Mount Batur. Er ist ebenfalls aktiv aber dennoch der bei Touristen beliebteste Vulkan der Insel. Auffällig ist seine ungewöhnliche Form. Der Vulkankegel sitzt in der Mitte von zwei Kratern. Neuere Untersuchungen zeigen, dass Agung und Batur über Magmakanäle verbunden sein könnten.

Ganz im Osten des Bildes befindet sich der 1090 Meter hohe Mount Seraya. Sein vulkanisches Gestein bildet einen schroffen Untergrund. Der Vulkan ist überzogen von üppiger Vegetation, weshalb er aus dem All kaum auffällt.

jme



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