Außergewöhnliche Insektenfotos Krabbelndes Supermodel

Für ein einziges Foto brauchte er drei Wochen: Mit einer speziellen Technik hat ein britischer Fotograf Insekten abgelichtet - die Bilder sind echte Kunstwerke.
Bild aus der Serie "Microsculpture"

Bild aus der Serie "Microsculpture"

Foto: Levon Biss

Wenn er nicht gerade sein Geld mit Werbung verdient, hat der Fotograf Levon Biss Prominente wie Regisseur Quentin Tarantino, den Schauspieler Samuel L. Jackson oder Formel-1-Weltmeister Lewis Hamilton vor der Linse. Für seine Serie "Microsculpture"  wählte der Brite etwas andere Models: Insekten.

Mit einer speziellen Fototechnik hat Biss die kleinen Krabbeltiere in seinem Studio abgelichtet. "Jedes Bild der Serie entsteht aus ungefähr 8000 Einzelaufnahmen", sagt er. Dafür werden die präparierten Tiere durch ein 200-Millimeter-Objektiv fotografiert, vor dem zusätzlich zur Vergrößerung eine Mikroskop-Optik angebracht ist. Zusammen mit seiner 36-Megapixel-Kamera entstehen so Aufnahmen mit einer außergewöhnlichen Schärfe und Vergrößerung - eine Art Supermacro.

Fotostrecke

Bilder von Insekten: Drei Wochen für ein Foto

Foto: Levon Biss

Die Tier können über ein spezielles Stativ aus jeder erdenklichen Position aufgenommen werden. Für jedes Bild wählt Biss etwa 30 verschiedene Positionen aus - abhängig von der Größe des Insekts. Zuerst knipst er nur die Fühler, dann die Augen und dann den Körper, so lange bis die Oberfläche des ganzen Tieres erfasst ist.

Für jede Aufnahme setzt er neues Licht und variiert minimal in der Schärfe. So entsteht eine Art fotografischer Ganzkörperscan. Am Ende setzt er die Einzelbilder am Computer mit einer Bildbearbeitungssoftware wieder zusammen - für den ganzen Prozess braucht er pro Insekt nach eigenen Angaben zwei bis drei Wochen.

Durch diese aufwendige Art der Produktion ist es möglich, riesige Bilder an einem Fotoplotter auszudrucken - sie werden nun in einer Ausstellung gezeigt. Wer die Bilder in natura sehen möchte, muss allerdings nach Großbritannien reisen. "Microsculpture" ist bis Ende Oktober im Oxford University Museum of Natural History zu sehen.

joe
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