Insektenschutzgesetz Umweltministerium will Nutzung von Himmelsscheinwerfern einschränken

Starkes Licht kann Insekten bei Dunkelheit zum Verhängnis werden. Umweltministerin Schulze will diese Lichtverschmutzung nun eindämmen und bestimmte Scheinwerfertypen verbieten.
Foto: fhm/ Getty Images

Leistungsstarke Scheinwerfer, die kilometerweit in den Himmel leuchten, sollen in Zukunft deutlich weniger genutzt werden dürfen. Das geht aus einem Entwurf für das Insektenschutzgesetz von Bundesumweltministerin Svenja Schulze (SPD) hervor. Neben dem zeitweisen Verbot sollen weitere Maßnahmen für weniger Lichtfallen sorgen.

Himmelsscheinwerfer, sogenannte Skybeamer, werden beispielsweise von Diskotheken genutzt und haben eine sehr große Reichweite. Sie schadeten besonders der Vogelwelt, heißt es im Gesetzentwurf. Außerdem können sie nachts Falter oder andere Insekten anlocken, die an den Leuchten massenhaft sterben. Das Skybeamer-Verbot soll zu den Hauptzeiten des Vogelzugs im Frühjahr und Herbst gelten, vom 1. Februar bis 30. Mai und vom 15. Juli bis 15. Dezember von Sonnenuntergang bis Sonnenaufgang.

In Naturschutzgebieten sollen in unbebauten Bereichen nur noch ausnahmsweise neue Straßenlaternen, Wegbeleuchtungen und leuchtende Werbetafeln aufgestellt werden dürfen. In ganz Deutschland sollen solche neuen Lichtquellen sowie die Außenbeleuchtung von Gebäuden künftig Tiere und Pflanzen möglichst wenig beeinträchtigen - Details dazu legt das Umweltministerium spätestens Ende 2022 vor.

Außerdem plant die SPD-Politikerin einen Pflicht-Abstand von zehn Metern zwischen größeren Gewässern und Flächen, auf denen Unkrautgift eingesetzt wird, um das Insektensterben zu stoppen. Der Entwurf, der Änderungen im Naturschutzgesetz und im Wasserhaushaltsgesetz zusammenfasst, liegt der Deutschen Presse-Agentur und der "Neuen Osnabrücker Zeitung" vor.

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Schulze setzt damit Teile des Aktionsprogramms Insektenschutz um, das die Bundesregierung vergangenen September beschlossen hatte. Demnach sollen bestimmte Wiesen, Streuobstbestände, Steinwälle und unverputzte Mauern künftig als Biotope besonders geschützt werden. In Naturschutzgebieten und Nationalparks sollen bestimmte Insektengifte und Holzschutzmittel verboten werden.

joe/dpa
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