Insektensterben Umweltministerium warnt vor Laubbläsern

Laut wie ein Presslufthammer, und dann auch noch eine Todesfalle für Insekten. So urteilt das Umweltministerium über Laubbläser. Aber die Geräte können nicht so einfach verboten werden.
Mit bis zu 120 Dezibel sind einige Laubbläser so laut wie ein Presslufthammer

Mit bis zu 120 Dezibel sind einige Laubbläser so laut wie ein Presslufthammer

Foto: Bogdanhoda/ iStockphoto/ Getty Images

Jeden Herbst fallen in Deutschland Hunderttausende Tonnen Laub an. Nur eine einzige Buche wirft etwa 28 Kilogramm Blätter ab. Um den Massen Herr zu werden, setzen viele Gemeinden und Hobbygärtner auf Laubbläser. Doch an den lärmenden Geräten regt sich zunehmend Kritik, nun rät auch das Bundesumweltministerium von Laubbläsern ab.

Die Begründung: Zu laut, zu dreckig und eine potenzielle Gefahr für die Umwelt. Einige Laubbläser erreichen Lautstärken von bis zu 120 Dezibel; das entspricht dem Lärm eines Presslufthammers. Zudem werden viele mit Benzin betrieben und stoßen Abgase aus.

Aufgesogen und verblasen

"Bei der Verwendung eines Laubsaugers kann auch von tödlichen Auswirkungen auf die im Laub befindlichen Insekten ausgegangen werden", heißt es in einer Antwort des Umweltministeriums auf eine Kleine Anfrage der Grünen, die dem SPIEGEL vorliegt. Zunächst hatte die "Augsburger Allgemeine"  berichtet.

"In der Streuschicht am Boden leben zahlreiche Kleintiere, wie Würmer, Insekten, Spinnen oder auch Kleinsäuger, die durch das Entfernen des Laubes den Lebensraum und die Nahrungsgrundlage verlieren können", warnt das Umweltministerium weiter. Es bestehe die Gefahr, dass Kleintiere aufgesogen oder verblasen werden und dabei Schaden nehmen.

Die Geräte sollten deshalb privat überhaupt nicht und im öffentlichen Raum nur dann verwendet werden, wenn es keine Alternative gibt.

Ein komplettes Verbot ist laut Bundesumweltministerium aus europa- und wettbewerbsrechtlichen Gründen nicht möglich.

koe/dpa

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