Wegen Corona-Auflagen Island setzt Walfang im Sommer erneut aus

Absatzprobleme und Auflagen wegen der Corona-Pandemie machen den isländischen Walfängern zu schaffen. Die Jagdsaison soll nun erneut ausfallen, ein Unternehmen will sich wohl ganz aus dem Geschäft zurückziehen.
Isländische Walfänger (Archivbild)

Isländische Walfänger (Archivbild)

Foto: HALLDOR KOLBEINS/ AFP

Zum zweiten Mal hintereinander setzt Island in diesem Sommer die Walfang-Saison aus. Das berichten lokale Medien und die Nachrichtenagentur AFP. Laut der Agentur will sich eines der beiden noch aktiven Walfang-Unternehmen in dem Land nun endgültig vom Walfang zurückziehen: Es lohne sich nicht mehr, sagte der Geschäftsführer des auf Zwergwale spezialisierten Unternehmens IP-Utgerd, Gunnar Bergmann Jonsson.

Demnach hätten die Boote wegen der Ausweitung einer Fangverbotszone vor der Küste weit aufs Meer hinausfahren müssen, um Zwergwale zu jagen, sagte Bergmann Jonsson. Das wäre zu teuer geworden.

Das auf die Jagd von Finnwalen spezialisierte Unternehmen Hvalur setzt dagegen einem Bericht  zufolge vor allem wegen Absatzschwierigkeiten auf dem japanischen Markt für diese Saison aus. Dort seien die Bestimmungen für die Nahrungsmittelsicherheit bei Fleischimporten deutlich strikter als für einheimische Produkte, sagte Vorstandschef Kristjan Loftsson der Zeitung "Morgunbladid".

Zudem hätten die Firmen, die das Walfleisch verarbeiteten, Probleme, die Auflagen im Kampf gegen die Corona-Pandemie zu erfüllen, sagte Loftsson. Der Zeitung zufolge waren im Jahr 2018 vor Islands Küste 146 Finnwale und sechs Zwergwale gefangen worden.

Der Inselstaat gehört laut AFP neben Norwegen und Japan zu den wenigen Ländern, die kommerziellen Walfang betreiben.

fek/AFP