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Dinosaurier: Fleischfresser aus Mailand

Foto: Davide Bonadonna

Paläontologie Der älteste Raubsaurier der Welt kommt aus Italien

Jahrelang haben Forscher an der Rekonstruktion des Skeletts gearbeitet - nun glauben sie: Bei Mailand wurde der älteste bisher entdeckte Raubsaurier gefunden. Er schließt eine Lücke der Vogel-Evolution.

Es war eine Entdeckung, die lange im Museumsarchiv lag und dessen Relevanz offenbar niemand erkannt hatte. Doch nun sind sich Forscher sicher: Im Norden von Italien wurde das Skelett des bisher ältesten Raubsauriers gefunden.

Der Fleischfresser, von den Wissenschaftlern Saltriovenator zanellai genannt, lebte vor etwa 200 Millionen Jahren zu Beginn des Jura, schreibt das Team um den italienischen Paläontologen Cristiano Dal Sasso in der Fachzeitschrift "PeerJ" .

Forscher entdeckten die Überreste des Tieres bereits 1996 in einem Steinbruch nördlich von Mailand. Die Fossilien steckten jedoch tief im Gestein fest, also schnitt man die Schichten Stück für Stück heraus und brachte sie ins Mailänder Museum für Naturgeschichte. Dort lagerten die Knochen einige Zeit unbeachtet im Keller. Erst 1999 begannen die Forscher mit der Aufarbeitung. Zuerst lösten sie die Knochen aus dem Gestein, dafür setzten sie Chemikalien ein.

Dann begannen sie mit der Rekonstruktion des Skeletts, ein mühsamer Prozess, da die Knochen aus vielen kleinen Fragmenten bestanden. Die Puzzlearbeit erstreckte sich über einen Zeitraum von zehn Jahren. Erst dann konnten die Forscher mit der wissenschaftlichen Einordnung beginnen.

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Paläontologiefund aus Polen: Neun Tonnen schwer, 4,50 Meter lang

Foto: Karolina Suchan-Okulska/DPA

Demnach handelt es sich bei dem gefundenen Exemplar um ein Jungtier, es war ungefähr acht Meter lang. Ausgewachsene Vertreter dieser Art müssen deutlich größer geworden sein und wogen nach Schätzungen bis zu 1,6 Tonnen.

Solche großen Raubsaurier, sogenannte Theropoden, tauchten erstmals vor 150 Millionen Jahren auf, hatten Forscher bisher gedacht. Die Evolution dieser Tiere, die sich auf zwei Beinen fortbewegten, hat auch den vielleicht bekanntesten Dinosaurier überhaupt hervorgebracht, den Tyrannosaurus Rex.

Doch die frühen Theropoden aus der Zeit von Saltriovenator seien deutlich kleiner gewesen, so die bisherige Annahme. Die aktuelle Studie zeigt nun: Auch zu Beginn des Jura gab es schon große Räuber.

Wichtiger Hinweis auf die Vogelflügel-Entwicklung

Im Gegensatz zu seinen späteren Artgenossen weist Saltriovenator aber noch eine andere Besonderheit auf. Während spätere Raubsaurier nur dreigliedrige Klauen an den kleinen Vorderarmen hatten, verfügt der Dinosaurier aus Italien noch über vier. Doch der äußere Finger auf jeder Seite ist bereits verkürzt und gleicht eher einem Stummel.

Diese Beobachtung liefere einen entscheidenden Hinweis auf die Entwicklung der Vögel, sie gelten als Nachfahren der Raubsaurier. Bisher war unklar, wie sich aus den Klauen Vogelflügel entwickelt haben und welche Dino-Fingerknochen den zarten Flügelknochen entsprechen.

Doch die Greifhand von Saltriovenator fülle eine wichtige Lücke im evolutionären Stammbaum der Theropoden, so Co-Autorin Andrea Cau. "Die Raubdinosaurier verloren zuerst allmählich den kleinen Finger und dann den Ringfinger. Daraus entstand die Dreifingerhand, die der Vorläufer des Vogelflügels ist", sagt die Forscherin.

joe
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