Japan Erdbeben fordert fünf Tote und Hunderte Verletzte

Ein starkes Erdbeben hat den Norden Japans und Tokio getroffen. In der japanischen Haupstadt schwankten die Gebäude mehr als eine Minute lang. In der Provinz Niigata gab es Medienberichten zufolge mindestens fünf Todesopfer, rund 500 Verletzte und erhebliche Schäden.


Schlange stehen nach dem Beben: Reisende warten auf die Rückzahlung der Ticketpreise, nachdem das Erdbeben den Bahnverkehr gestoppt hatte
AFP

Schlange stehen nach dem Beben: Reisende warten auf die Rückzahlung der Ticketpreise, nachdem das Erdbeben den Bahnverkehr gestoppt hatte

Tokio - Das Beben hat ersten Berichten zufolge eine vorläufige Stärke von 6,8 auf der Richterskala. Damit liegt es auf dem Niveau der fünf großen Beben, die seit 1885 Tokio getroffen und Stärken von 6,7 bis 7,2 erreicht hatten. Wenige Minuten nach dem ersten Erdstoß kam es zu zwei starken Nachbeben mit Stärken von 5,9 und 6,3.

Das Epizentrum befand sich nach Angaben des Meteorologischen Dienstes in der Provinz Niigata, etwa 250 Kilometer nordwestlich von Tokio entfernt, und habe 20 Kilometer unter der Erdoberfläche gelegen.

Nach Behördenangaben brachen rund um das Bebenzentrum mehrere Häuser zusammen. Medien berichteten von rund 500 Verletzten und fünf Todesopfern; mindestens vier weitere Menschen wurden vermisst. Wasser- und Gasleitungen seien geplatzt, das Strom- und Telefonnetz ausgefallen. In den Berichten war auch von einem entgleisten Hochgeschwindigkeitszug die Rede. Eine Bestätigung von offizieller Seite steht aber noch aus.

Auch in Tokio war das Beben deutlich zu spüren. Die Häuser in der Hauptstadt schwankten mehr als eine Minute lang - mancherorts so stark, dass die Menschen sich nur unter Schwierigkeiten auf den Beinen halten konnten. Den Behörden zufolge wurden mehrere Menschen verletzt, als Gegenstände aus Regalen fielen.

Japan, das am Schnittpunkt mehrerer tektonischer Platten liegt, ist eines der von Erdbeben am häufigsten heimgesuchten Länder der Welt. Ein Erdbeben der Stärke sechs kann schwere Verwüstungen verursachen, wenn sein Epizentrum in der Nähe besiedelter Gebiete liegt.

Erst Ende August hatten japanische Forscher vorhergesagt, dass Tokio in den nächsten 50 Jahren mit 90-prozentiger Wahrscheinlichkeit einem schweren Erdbeben zum Opfer fallen werde. Die Wissenschaftler hatten im Auftrag der Regierung die Beben der vergangenen 120 Jahre untersucht und ein statistisches Modell entworfen.

Die letzte große Katastrophe hat Tokio am 1. September 1923 getroffen: Ein Erdbeben der Stärke 8,3 auf der Richterskala ließ Häuser einstürzen und löste Feuersbrünste aus. Etwa 142.000 Menschen kamen ums Leben.



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