Attacke vor mehr als 3000 Jahren Forscher entdecken ältestes bekanntes Opfer eines Haiangriffs

Die Knochen sind übersät von Bissspuren: Bei Ausgrabungen in Japan haben Experten ein menschliches Skelett entdeckt, das auf eine Attacke durch einen Hai hindeutet. Die Überreste dürften aus dem 14. Jahrhundert v. Chr. stammen.
Tigerhai (Symbolbild): Einer der möglichen Angreifer von Japan

Tigerhai (Symbolbild): Einer der möglichen Angreifer von Japan

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Norbert Probst / imagebroker / imago images

Zunächst standen die Experten der Oxford-Universität vor einem Rätsel. An den Überresten einer männlichen Leiche aus Japan hatten sie eine Vielzahl von Verletzungen entdeckt. Doch wer oder was hatte den Mann so zugerichtet? Inzwischen sind sich die Forscher sicher: Es handelt sich um das ältestes bisher bekannte Opfer eines Haiangriffs.

Gefunden wurde das Skelett bei Ausgrabungen nahe dem Seto-Binnenmeer im japanischen Südwesten, wie unter anderem CNN berichtet. Analysen haben ergeben, dass der Mann zwischen 1370 und 1010 v. Chr. gelebt haben muss.

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»Wir konnten am Anfang nicht nachvollziehen, was die mindestens 790 einzelnen, gezackten Verletzungen verursacht haben könnte«, zitiert CNN  die Forscher J. Alyssa White and Rick Schulting.

Durch ein Ausschlussverfahren habe man eine bewaffnete Auseinandersetzung und einen Angriff durch ein Landraubtier von der Liste der Ursachen streichen können, hieß es weiter. Am Ende sei ein Haiangriff die wahrscheinlichste Erklärung.

Unter anderem fehlt die linke Hand des Opfers, was als mögliche Abwehrverletzung gewertet werden kann. Zudem scheint er bei dem vermuteten Angriff ein Bein verloren zu haben. Die Abwehrverletzungen und die Verteilung der restlichen Bissspuren am Skelett deuteten darauf hin, dass der Mann bei der Attacke am Leben war.

Vergleichbare Funde sind extrem selten

Die Experten gehen davon aus, dass entweder ein Weißer Hai oder ein Tigerhai für die Attacke verantwortlich war. »Wir vermuten, dass der Mann beim Fischen angegriffen wurde. Entweder war er mit einem Boot unterwegs oder tauchte nach Krustentieren«, so Schulting. »Einer oder mehrere Haie – wir vermuten nur ein Tier, aber das können wir nicht sicher sagen – haben den Mann entweder im Wasser angegriffen oder mit der Angelleine über Bord gezogen. Die Bissspuren lassen einen großen Hai vermuten.«

Bisher galt laut den Forschern ein Fund aus Puerto Rico als ältester Beleg für einen Haiangriff. Dieser dürfte sich demnach um das Jahr 1000 ereignet haben.

Die Anzahl der archäologisch belegten Haiangriffe ist sehr überschaubar. Das liegt laut den Experten an der simplen Tatsache, dass vergleichbare Attacken extrem selten gewesen sein dürften. Sogar in der heutigen Zeit, mit einer vielfach größeren Erdbevölkerung, gibt es jährlich nur eine verschwindend geringe Zahl von tödlichen Zwischenfällen.

jok

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