Japan Walfänger stechen wieder in See

Zwei japanische Schiffe sind zu einem neuen Walfangeinsatz ausgelaufen. Bis Anfang August soll die Jagdsaison im Nordwestpazifik laufen. In dem Meeresgebiet hat es bislang kaum Proteste gegen das blutige Treiben gegeben.
Japanischer Walfang (im Januar 2006): Tötung zu "wissenschaftlichen Zwecken"

Japanischer Walfang (im Januar 2006): Tötung zu "wissenschaftlichen Zwecken"

Foto: AFP/ Greenpeace/ Jeremy Sutton-Hibbert

Tokio - Die "Yushin Maru" und die "Yushin Maru No. 2" sind wieder unterwegs. Ungeachtet internationaler Proteste sind Japans Walfänger am Freitag wieder in See gestochen. Die beiden Schiffe legten vom Hafen Shimonoseki in der westjapanischen Präfektur Yamaguchi ab. Nach Berichten lokaler Medien nahmen sie Kurs auf den Nordwest-Pazifik.

Während ihrer bis Anfang August geplanten Jagd wollen sie im Nordpazifik rund 260 Wale fangen und töten. Darunter sollen 100 Zwerg- und zehn Pottwale sein. Die "Yushin Maru" und die "Yushin Maru No. 2" sollen dazu mit dem Mutterschiff "Nisshin Maru" zusammenarbeiten.

Die beiden nun ausgelaufenen Schiffe waren erst Ende März von einem dreimonatigen Beutezug in der Antarktis zurückgekehrt. Dabei hatten die Walfänger 267 statt der erhofften 850 Meeressäuger erlegt. Während ihrer Beutezüge in der Antarktis waren sie wiederholt Ziel von Störaktionen der Umweltschutzorganisation Sea Shepherd geworden. Dabei kam sogar eine Drohne zum Einsatz.

Der Chef der militanten Walfanggegner war am Sonntag bei seiner Ankunft auf dem Frankfurter Flughafen festgenommen worden. Ihm wird Eingriff in den Schiffsverkehr vorgeworfen. Allerdings hat nicht Japan Watsons Auslieferung beantragt, sondern Costa Rica. Es geht um einen Einsatz, bei dem Sea Shepherd gegen das Abschneiden von Haiflossen protestiert hatte.

Im Nordwest-Pazifik ist es laut Medienberichten bislang zu keinen Protesten gegen den Walfang gekommen. Jedes Jahr machen die Japaner in den beiden Gebieten Antarktis und Nordwestpazifik Jagd auf Hunderte von Walen - offiziell zu "wissenschaftlichen Zwecken".

Kritiker sehen darin aber nur einen Vorwand, zumal Wissenschaftler anderer Länder zu ähnlichen Ergebnissen kommen, ohne dabei Tiere töten zu müssen. Wissenschaftlicher Walfang ist formal allerdings erlaubt, trotz des seit 1986 geltenden weltweiten Walfangmoratoriums. Ein komplettes Verbot ist bei Sitzungen der Internationale Walfangkommission (IWC) mehrfach durchgefallen.

chs/dpa
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