Satellitenbild der Woche In Kalifornien hat's gekracht

Sie waren so stark wie seit 20 Jahren nicht mehr: Im Juli haben gleich zwei heftige Beben Kalifornien erschüttert. Das hat auch im Untergrund Spuren hinterlassen, wie ein Satellitenbild zeigt.

Erdbebengebiet in Kalifornien: Blick in den Untergrund
NASA/JPL-Caltech

Erdbebengebiet in Kalifornien: Blick in den Untergrund


Kalifornien ist bekannt für konstant gutes Wetter, körperbewusste Menschen - und heftige Erdbeben. Im Juli 2019 erschütterten in kurzer Zeit gleich zwei starke Beben die Region von Los Angeles bis nach Las Vegas. Sie hatten eine Stärke von 7,1 und 6,4 auf der Richterskala, es waren die stärksten Erdbeben der vergangenen 20 Jahre.

Dabei ist es nicht ungewöhnlich, dass in Kalifornien die Erde bebt. Über eine Länge von 1300 Kilometern befindet sich dort die Grenze zwischen der Pazifischen Platte und der Nordamerikanischen Platte. Diese sogenannte San-Andreas-Verwerfung ist als eine von wenigen Plattengrenzen an der Oberfläche klar zu erkennen, die meisten anderen derartigen Strukturen liegen im Meer.

Seit Jahren befürchten Experten ein gewaltiges Beben entlang der Verwerfung. Die aktuellen Erschütterungen werten sie als Vorboten. Sie betrafen allerdings nicht die San-Andreas-Verwerfung direkt, sondern ein tektonisch aktives Gebiet weiter östlich, das weniger gut erforscht ist als die große Andreas-Spalte. Ein aktuelles Bild der Nasa zeigt, dass aber auch die Juli-Beben Spuren im Untergrund hinterlassen haben.

Jede Farbe steht für zwölf Zentimeter

Der Satellit "Alos-2" der japanischen Weltraumbehörde Jaxa hat die Region am 8. Juli untersucht - zwei Tage nach dem letzten schweren Beben. Die Aufnahmen verglichen die Forscher vom Jet Propulsion Laboratory der Nasa im kalifornischen Pasadena mit ähnlichen Aufnahmen vom 8. April 2018. Die künstliche, psychedelisch wirkende Farbkombination soll verdeutlichen, wie stark Erdbeben den Untergrund in der Zwischenzeit verformt haben.

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Die Farben zeigen, wie viele Zentimeter sich der Grund angehoben oder abgesenkt hat. Jede Farbe steht für eine Bewegung von zwölf Zentimetern nach oben oder unten. Auch größere Risse im Gestein sind zu erkennen.

Die Aufnahme verdeutlicht, wie viel Glück die Menschen in der Region hatten. Das Epizentrum des Bebens befand sich in einer vergleichsweise abgelegenen Gegend in der Nähe der Stadt Ridgecrest, knapp 250 Kilometer von Los Angeles entfernt. Hätte das Beben eine dichter besiedelte Region mit voller Wucht getroffen, hätte es wahrscheinlich Tote gegeben - so wurde nur Infrastruktur beschädigt.

Das Nasa-Bild könnte helfen, weitere Schäden zu identifizieren - etwa gebrochene Pipelines oder Schäden an abgelegenen Straßen, hofft die Nasa.

jme



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