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01. April 2015, 22:27 Uhr

Wasserknappheit in Kalifornien

Gouverneur ruft Dürre-Notstand aus

Kein Schnee, kein Regen, kein Ende der Dürre: In Kalifornien hat der Gouverneur erstmals Zwangsmaßnahmen zum Drosseln des Wasserverbrauchs von Städten und Gemeinden erlassen.

Wegen einer andauernden schweren Dürre in Kalifornien hat der US-Westküstenstaat wassersparende Maßnahmen angeordnet. Gouverneur Jerry Brown rief den Dürre-Notstand aus und wies Städte und Gemeinden in Kalifornien an, ihren Wasserverbrauch um 25 Prozent zu reduzieren.

Viele Rasenflächen im öffentlichen Raum sollten durch Anlagen ersetzt werden, die weniger Wasser verbrauchen. Auch die Betreiber von großen Grünflächen, wie etwa Universitäten, Friedhöfe und Golfplätze, sollen die Bewässerung drosseln.

Brown verkündete die Auflagen bei einem Besuch in der Sierra Nevada. Die um diese Jahreszeit gewöhnlich verschneiten kalifornischen Berge sind nach Ausbleiben der Winterniederschläge diesmal fast ohne Schnee. "Heute stehen wir auf trockenem Gras, wo eigentlich 150 Zentimeter Schnee liegen sollten", sagte Brown.

Bereits im vorigen Sommer hatte der Staat zu Sparmaßnahmen aufgerufen: Einwohner dürfen seither nicht mehr ihre Bürgersteige und Einfahrten mit dem Gartenschlauch abspritzen, Springbrunnen mit Trinkwasser füllen oder Grünflächen so stark bewässern, dass überschüssiges Wasser ablaufen kann.

Kalifornien leidet seit mehreren Jahren unter Trockenheit, die beiden vergangenen Winter waren besonders regenarm. Nach Ausbleiben der Winterregenfälle sind die Wasservorräte in Flüssen und Stauseen auf einen Tiefstand gesunken.

Die Wasserknappheit hat sogar kriminelle Energien geweckt und Wasserdiebe auf den Plan gerufen. Der Wasserraub ist nur ein Symptom eines tiefergehenden Problems, das die Wasserversorgung Kaliforniens ernsthaft bedroht: Die Grundwasser-Entnahme wird nicht zentral dokumentiert, und sie ist kaum kontrollierbar.

loe/dpa

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