Ost-Russland Rätselhaftes Tiersterben vor Kamtschatka

Nach einem mysteriösen Massensterben von Tieren an der Küste der Halbinsel Kamtschatka suchen Experten nach der Ursache. Auch Menschen erlitten Verätzungen.
Tote Robbe am Strand: Laut Greenpeace fand sich im Wasser eine hohe Konzentration von Erdöl

Tote Robbe am Strand: Laut Greenpeace fand sich im Wasser eine hohe Konzentration von Erdöl

Foto: Anna Strelchenko / ITAR-TASS / imago images

An der Küste Kamtschatkas im Osten Russlands sind massenhaft verendete Tiere angespült worden. Die Ursachen für das Sterben sind noch unklar. Eine mögliche Erklärung seien giftige Substanzen im Wasser, sagte der Gouverneur der Region, Wladimir Solodow, am Montag in der Regionalhauptstadt Petropawlowsk-Kamtschatski der Staatsagentur Tass zufolge. "Was genau, das müssen wir jetzt herausfinden - auch ob diese Version überhaupt stimmt." Es könnten genauso gut natürliche Phänomene wie giftige Algen oder Vulkane für den Tod der Tiere verantwortlich sein.

Nach Angaben der lokalen Gesundheitsbehörden haben sich mindestens neun Menschen mit Beschwerden an Ärzte gewandt. Die Betroffenen haben demnach von Rötungen und einem Schleier vor den Augen berichtet. Mediziner hätten daraufhin Verätzungen der Hornhaut ersten Grades diagnostiziert.

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Tod vor Kamtschatka

Foto: Anna Strelchenko / ITAR-TASS / imago images

Proben sollen Ursache klären

Bereits vor drei Wochen hatten Surfer an der Küste vor Kamtschatka über Augenschmerzen, kurzfristigen Sehverlust, Erbrechen und Husten geklagt. In der vergangenen Woche waren dann Hunderte tote Meerestiere an die Strände gespült worden. Die Umweltorganisation Greenpeace sprach von einer ökologischen Katastrophe.

Das Meerwasser habe seine Farbe verändert. Zudem sei in Wasserproben eine hohe Konzentration von Erdölprodukten und Phenol festgestellt worden, berichteten die Umweltschützer. Fotos zeigen tote Robben, Kraken und Fische an den Stränden.

Die Behörden wiederum veröffentlichten am Wochenende ein Video von sauberen Stränden und spekulierten darüber, dass möglicherweise ein Sturm Ursache gewesen sein könnte. Am Sonntag wurden 250 Kilogramm Proben mit Wasser, Sand und Mikroorganismen zu einer Untersuchung nach Moskau gebracht. Ergebnisse lagen zunächst nicht vor.

In Russland kommt es immer wieder zu schweren Umweltverschmutzungen. Ende Mai waren in der Nähe des Nordpolarmeeres in der Industrieregion Norilsk 21.000 Tonnen Öl aus einem Heizkraftwerk ausgelaufen.

koe/dpa
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