Karibik Invasion der Riesenschnecken

Auf Barbados machen sich große, gefräßige Schnecken breit. Die Bewohner fürchten um ihre Ernte - und ihre Gesundheit. Eingeschleppt hat die fremde Art wahrscheinlich ein Frachter aus Afrika.


Bridgetown - Die Weichtiere kommen bei Nacht zu Hunderttausenden aus der Erde von Barbados und zerstören die Zuckerrohr-, Bananen- und Papaya-Ernte. Die Bewohner der Antillen-Insel riefen die Regierung auf, die Schädlinge zu vernichten. Sie sind teilweise handgroß.

Fremde Art: Tote afrikanische Schnecken auf Barbados
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Fremde Art: Tote afrikanische Schnecken auf Barbados

"Wir haben Schnecken gesehen, die auf dem Rücken anderer Schnecken saßen und sich als Klumpen fortbewegten", sagte David Walrond von der lokalen Notfallbehörde in St. George, der zusammen mit 60 Freiwilligen eine nächtliche Beobachtungsaktion startete. "Man tritt ständig auf ihre Häuser, wenn man da entlangläuft." Die Freiwilligen versuchen, der Schneckenplage mit Pestiziden Herr zu werden. Sie sprühten das Gift in die Abwasserkanäle und andere mutmaßliche Brutstätten der Tiere. Noch drei Wochen wollen die Helfer ihre Aktion fortsetzen.

"Es ist nicht schwer, sie zu töten, aber auf einer kleinen Insel wie dieser hier bleiben sie nicht unbemerkt", sagte Walrond. Seine Gruppe wolle Barbados vor einer Umweltkatastrophe bewahren. Die sich rasch vermehrenden Schnecken bedrohten nicht nur die Ernte, sondern könnten auch zu einem Anstieg der Ratten-Population führen.

Als Überträger von Krankheiten gefürchtet

Der Bauernverband rief die Regierung auf, einen Krisenstab zur Ausrottung der Schnecken einzurichten. Die Bauern regten Belohnungen für Privatpersonen an, die die Weichtiere töten. Andere Bewohner griffen indes zur Selbsthilfe, wie etwa der 66-jährige Allby Small. Er zündet jede Nacht rund um sein Haus mehrere Lagerfeuer an, um die Riesenschnecken fern zu halten. Er äußerte sich besorgt, dass diese sich durch das Dach einen Weg ins Innere seines Hauses bahnen könnten.

Selbsthilfe: Allby Small zündet nachts Feuer um sein Haus herum an, um die Schnecken fernzuhalten
AP

Selbsthilfe: Allby Small zündet nachts Feuer um sein Haus herum an, um die Schnecken fernzuhalten

Die Schnecken können sich von bis zu 500 verschiedenen Pflanzenarten ernähren und über ihre Schleimhäute Krankheiten wie Hirnhautentzündung übertragen. "Zurzeit gelten Schnecken als Plage für die Landwirtschaft, aber in anderen Teilen der Welt stellen sie auch eine Gefährdung der Gesundheit dar", sagte der staatliche Biologe Ian Gibbs.

Die Tiere mit spitz zulaufenden, braunen Häusern können 20 bis 25 Zentimeter lang werden, die meisten von ihnen sind jedoch kleiner. Die erste wurde im Jahr 2000 in einem Küstenort nahe der Hauptstadt Bridgetown entdeckt und kam vermutlich an Bord eines Frachtschiffs nach Barbados. Die ursprüngliche Heimat der Schnecken ist Afrika, sie kommen jedoch auch in Teilen Asiens vor und wurden schon auf anderen karibischen Inseln wie St. Lucia, Martinique und Guadeloupe entdeckt.

Roseann Pile, AP



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