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Katzen: Bei Angst ab in die Kiste

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Warm und geschützt Warum Katzen Kisten lieben

Schuhkartons, Eierkartons, Umzugskartons - Katzen ist egal, zu welchem Zweck eine Kiste hergestellt wurde, Hauptsache sie passen irgendwie hinein. Woher die Vorliebe kommt, stellt Forscher vor Rätsel. Zwei Erklärungsversuche.

Sie zwängen sich in Kisten, die halb so groß sind wie sie selbst, oder verstecken sich in Umzugskartons - viele Katzen haben ein besonderes Verhältnis zu Kartons. Wie weit die Liebe geht, haben Forscher nun untersucht.

In einem Tierheim in den Niederlanden stellten Claudia Vinke von der Universität Utrecht und Kollegen zehn neu eingetroffenen Katzen Kisten als Rückzugsort in den Käfig, neun andere Katzen sollten sich ohne Box an die neue Umgebung gewöhnen.

Bereits nach drei Tagen zeigte sich, dass die Katzen, die sich in eine Box zurückziehen konnten, wesentlich entspannter waren. Sie gewöhnten sich schneller an die neue Umgebung und suchten bald Kontakt zu Menschen. Erst nach zwei Wochen erreichten auch die Tiere in der Vergleichsgruppe einen ähnlichen Stresslevel, berichten die Forscher im Fachmagazin "Applied Animal Behaviour Science" .

Rückzugsmöglichkeit schützt Gesundheit

Die Ergebnisse passen zu dem natürlichen Verhalten von Katzen. Sie reagieren auf Bedrohungen üblicherweise mit Rückzug, berichtet Vinke auf der Newsseite "wired.com" . Das gelte für wilde genauso wie für Hauskatzen. Statt auf Bäume oder in Höhlen, verzögen sich die Tiere zu Hause nur eben in Boxen, andere Katzen flüchteten auf Aussichtsplattformen.

Vinke und Kollegen berichten, dass die Möglichkeit, sich zurückzuziehen, einen direkten gesundheitlichen Nutzen für die Katzen haben könnte. Stress schwäche das Immunsystem und könne die Tiere so anfälliger für Infektionskrankheiten machen. Inwiefern sich eine Box langfristig positiv auswirkt und welchen Einfluss sie tatsächlich darauf hat, wie häufig eine Katze erkrankt, müsse allerdings noch genauer untersucht werden.

Warm und gemütlich

Beobachtet man die Begeisterung einiger Katzen beim Anblick von Kartons, kommt man jedoch schnell zu dem Schluss, dass da noch mehr sein muss als Glück über eine Rückzugsmöglichkeit. So könnten die Kisten beispielsweise auch vor Kälte schützen und deshalb so beliebt sein, heißt es auf "wired.com".

Laut einer Studie von 2006  liegt die Wohlfühltemperatur von Katzen zwischen 30 und 36 Grad. In diesem Bereich müssen die Haustiere keine zusätzliche Energie aufbringen, um ihre Körpertemperatur zu halten. Menschen leben allerdings meist in deutlich kühleren Räumen - und mit ihnen die Katzen.

Das würde auch erklären, warum die Tiere gerade Kisten aus Karton so verlockend finden - der isoliert gut, und oft sind die Pappkartons so klein, dass die Katzen eingerollt an jeder Seite Karton berühren. So wird es besonders schnell warm und gemütlich.

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jme