Kleiner Frostspanner Schmetterling hält Schritt mit Klimawandel

Ein Insekt hat die Klimakrise abgewendet: Der Nachwuchs des Kleinen Frostspanners ist auf junge Blätter angewiesen, doch aufgrund der Erwärmung kommen frische Knospen immer früher - der kleine Schmetterling hat das Problem überwunden.

Kleiner Frostspanner: Lücke immer kürzer geworden
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Kleiner Frostspanner: Lücke immer kürzer geworden


Hamburg/London - Tier- und Pflanzenarten müssen sich an die wechselnden Lebensumstände ihrer Umgebung anpassen. Der Klimawandel ist deshalb eine der Herausforderung für Lebewesen. Der Kleine Frostspanner, ein europäischer Schmetterling, hält offenbar Schritt mit dem Klimawandel. Dem Insekt gelingt es, den Schlupf seiner Raupen an den Zeitpunkt des Knospens von Stieleichen im Frühjahr anzupassen.

Der Nachwuchs ist auf die jungen Blätter angewiesen. Sowohl das Schlüpfen als auch das Knospen sind von der Temperatur abhängig. Beides hat sich in den vergangenen Jahrzehnten nach vorne verlegt. Die Insekten (Operophtera brumata) hätten sich genetisch angepasst, schreibt eine Gruppe um Marcel Visser vom niederländischen Institut für Ökologie im Journal "Nature Climate Change".

Die erwachsenen Kleinen Frostspanner schlüpfen im November oder Dezember, paaren sich und legen Eier auf den Eichen ab. Im April oder Mai schlüpfen die Raupen, die auf die frisch geknospten Blätter angewiesen sind. Das Zeitfenster ist knapp, also müssen die Tiere ihren Schlupf gut mit den Bäumen koordinieren. Schon wenige Tage Abweichung könnten zu viel sein, schreiben die Forscher.

Die Wissenschaftler nutzten für ihre Untersuchung unter anderem Langzeitbeobachtungen (1995-2011) in vier Waldstücken in der Nähe der niederländischen Stadt Arnheim. 1995 tendierten die Raupen noch dazu, ein oder gar zwei Wochen zu früh zu schlüpfen, also zu weit vor dem Knospen, schreibt das Team. Über die Jahre hinweg sei diese Lücke jedoch immer kürzer geworden.

Die Schmetterlinge hätten sich angepasst. Das sei ein Hinweis auf einen genetischen Vorgang, heißt es in dem Journal. Mit Blick auf den Klimawandel schreiben die Forscher außerdem, dass es vielfach nicht die Frage sei, ob sich eine Art überhaupt an den Wandel anpassen könnte - sondern vielmehr, ob sie das mit der vorgegebenen Geschwindigkeit schaffe.

boj/dpa

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