Klima-Kapriolen Vulkane befeuern El Niño

Wenn El Niño wiederkehrt, suchen Fluten, Feuersbrünste und Hungersnöte die Erde heim. US-Forscher haben jetzt herausgefunden, dass Vulkanausbrüche das verheerende Klimaphänomen auslösen können.


Vulkan Arenal in Costa Rica: Eruptionen können El Niño auslösen
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Vulkan Arenal in Costa Rica: Eruptionen können El Niño auslösen

Ein Team von US-Wissenschaftlern verfolgte Klimadaten und Berichte von tropischen Vulkanausbrüchen bis zum 17. Jahrhundert zurück. Eine große Eruption, schreiben die Forscher im Fachmagazin "Nature", kann die Wahrscheinlichkeit eines Auftauchens von El Niño verdoppeln.

Ein Zusammenhang zwischen vulkanischer Aktivität und klimatischen Unregelmäßigkeiten war schon früher vermutet worden, schreibt das Team um Brad Adams von der University of Virginia in Charlottesville. Durch die Auswertung von Eisbohrkernen, Korallen und Baumringen reichten die Klimadaten nun aber dreieinhalb Jahrhunderte zurück und erlaubten wesentlich verlässlichere Schlussfolgerungen als zuvor.

Vulkane schleudern bei einem Ausbruch große Mengen an Staub und Treibhausgasen in die Atmosphäre. Die Staubpartikel reflektieren das Sonnenlicht und verändern damit die Menge an Wärmestrahlung, die auf der Erdoberfläche ankommt. Wie dies zur Wiederkehr von El Niño beiträgt, ist den Forschern noch ein Rätsel. Dennoch seien Vulkanausbrüche und Klimakatastrophen in den vergangenen 350 Jahren zu regelmäßig zeitgleich aufgetaucht, um an einen Zufall glauben zu können.

"Unsere Ergebnisse legen nahe, dass die Abkühlung der Atomsphäre nach einem Vulkanausbruch den entscheidenden Anstoß für einen El Niño geben könnte", sagte Michael Mann, einer der Autoren der Studie.

El Niño taucht etwa alle drei bis elf Jahre auf und ist die dramatischste regelmäßige Schwankung des Erdklimas. "Der Junge" kündigt sich durch eine Erwärmung der Oberflächentemperatur im Pazifik an, die wiederum die Atmosphäre beeinflusst. Die Folge sind Wetterkapriolen auf der ganzen Welt, die zu Überflutungen, Missernten und Feuersbrünsten führen.



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