Klima von Erde und Mittelerde Warum Mordor in Texas liegt

In ihrer Freizeit haben britische Wissenschaftler das Klima von Mittelerde modelliert und mit dem der Erde verglichen. Dabei konnten sie überraschende Parallelen aufdecken.

Szene aus "Der Herr der Ringe: Die zwei Türme": Das Klima von Rohan (Foto) wird im Fachartikel nicht angesprochen
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Szene aus "Der Herr der Ringe: Die zwei Türme": Das Klima von Rohan (Foto) wird im Fachartikel nicht angesprochen


In Mordor will man nicht wohnen - das Land wird von einem bösartigen Wesen beherrscht, und überall wimmelt es von Orks, wie es Tolkien im "Herr der Ringe" beschreibt. Das Wetter ist ebenfalls unangenehm, schrecklich heiß ist es meistens, und man wartet vergebens auf erfrischenden Regen. Dazu kommt noch der Rauch vom Schicksalsberg, der die Luft verpestet.

Wenn also ein paar britische Forscher die irdischen Regionen herauspicken, deren Klima dem von Mordor am stärksten gleicht, ist das eine zweifelhafte Ehre. Immerhin können sich ein paar Städte und Landstriche das Los teilen, nämlich:

  • Los Angeles (US-Bundesstaat Kalifornien),
  • der Westen des US-Bundesstaates Texas,
  • der australische Bundesstaat New South Wales sowie
  • die australische Metropole Alice Springs.

Eingebrockt hat ihnen den Negativtitel ein Fachartikel, den die britische University of Bristol online veröffentlicht hat. Klimaforscher des Cabot Institute haben das Klima von Mittelerde simuliert und unter anderem mit dem der Erde verglichen. Unterm Pseudonym Radagast der Braune präsentieren sie die Ergebnisse. Natürlich sei es ein Spaß gewesen, sagt Wissenschaftler Dan Lunt. "Aber es hat auch eine ernste Seite." Der Kern ihrer Arbeit in Bristol sei, mit Hilfe von Klimamodellen das Klima früherer Epochen der Erdgeschichte zu simulieren und zu verstehen. Und durch immer weiter verfeinerte Modelle stetig bessere Klimaprognosen zu präsentieren.

Man kann die Jux-Forschung also als Werbung in eigener Sache ansehen. Keine Sorge: Über Verschwendung öffentlicher Gelder, muss sich niemand aufregen. Die Mittelerde-Studie, betont "Radagast", sei in der Freizeit entstanden.

Auenland in Weißrussland

Ein Augenmerk legten die Briten dabei aufs Auenland, die beschauliche Heimat der Hobbits. Mit sieben Grad Celsius ist die Jahresdurchschnittstemperatur dort angenehm, dazu kommen jährlich im Schnitt 61 Zentimeter Regen. Das gleiche am ehesten dem Klima Osteuropas, insbesondere dem von Weißrussland, meinen sie. In Großbritannien seien Lincolnshire und Leicestershire am dichtesten dran.

Der größte Teil von Mittelerde wäre laut Modell von dichtem Wald bedeckt - wenn da nicht Bäume fällende Zwerge wären, Landumwandlung durch Pfeifenkraut anbauende Hobbits oder von Drachen verursachte Waldbrände. Ähnliche Ungenauigkeiten würden sich auch in Simulationen der Erde finden, wenn das Modell menschliche Aktivitäten, wie die Abholzung des Regenwaldes, nicht mit einberechnet.

Die Klimazonen von Mittelerde glichen indes denen von Westeuropa bis Nordafrika - mit kühleren Regionen im Norden und subtropischen Wüsten im Süden.

Die Universität bietet den Fachartikel in einer englischen Version an, sowie in Elbisch und Zwergisch. Eingefleischte Tolkien-Fans könnten hier jedoch enttäuscht sein: Eine Übersetzung in die von Tolkien entwickelten Sprachen sucht man vergeblich, geändert wurde lediglich der Schrifttyp.

wbr



insgesamt 6 Beiträge
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beatrock63 07.12.2013
1. Einen größeren Blödsinn...
... habe ich schon lange nicht mehr gelesen. Allerdings, dass Mordor und Texas auf einer Wellenlänge liegen, konnte man doch schon nach George Sauron Bush ahnen.
vindex_sine_nomine 07.12.2013
2. Ähm, ...
Tolkien hat mehr oder weniger genau Aussagen gemacht, welche Gegenden Mittelerdes sich zu jenen der echten Erde gewandelt haben, man vergesse nicht, daß Tolkien die Briten mit einem Mythos segnen wollte, der jenen der Römer, Germanen und co ebenwürdig sein sollte und Mittelerde nichts anderes ist als ein frühes Stadium unserer Erde. Das Auenland entspricht Orten in England, woraus sich ergeben würde, daß Mordor auf dem Balkan zu finden ist.
robenträger 08.12.2013
3.
Ein bisschen Humor würde ihnen aber auch nicht schaden...
Hansjuerg 08.12.2013
4. Lieber spät als nie
Nun haben Wissenschaftler also nachgewiesen was schon im Jahre 2004 bildlich festgehalten wurde. http://www.thespoof.com/news/us/3504/george-w-bush-possesses-the-ring-of-power Köstlich dieser Artikel, einfach köstlich - aber etwas spät.
mittelerdling 08.12.2013
5. Mae govannen...
...beatrock63 :-) Doch warum seht Ihr dieses so verbissen? Immerhin, Ihr habt schon Humor, junge(r) Herr(in), wie Euer Gleichzug von Mordor und Texas bekundet. Meine Zustimmung für diesen habt Ihr jedenfalls! @vindex_sine_nomine: su isset - wie der Kölner saren täte... ;-) Und die Entfernung Auenland > Mordor auf direktem Wege beträgt etwa 500 Wegstunden - meiner nicht sonderlich kundigen Meinung nach. Euch beiden ein herzliches NAMARIE!!
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