Reaktionen "Wir haben heute alle zusammen Geschichte geschrieben"

Der Jubel der Politiker ist groß, auch Umweltverbände sind mit dem Klimaabkommen zufrieden: "Paris gibt der Welt Hoffnung." Die Reaktionen.
Tosender Applaus bei den Delegierten in Paris: "Ausgewogen und ambitioniert"

Tosender Applaus bei den Delegierten in Paris: "Ausgewogen und ambitioniert"

Foto: FRANCOIS GUILLOT/ AFP

Die Worte von Frankreichs Außenminister Laurent Fabius gingen im Jubel der Delegierten aus 196 Ländern fast unter: Das Abkommen von Paris habe historische Dimension, sagte Fabius, der den Klimagipfel in Paris leitete. Erstmals hätten sich arme und reiche Staaten gemeinsam darauf verständigt, gegen steigende Emissionen und damit die gefährliche Erderwärmung vorzugehen. Das jetzt erzielte Abkommen sei "ausgewogen und ambitioniert". Die Uno hat diesen Moment, diese erste unmittelbare Reaktion auf die Einigung festgehalten und getwittert. Auch US-Präsident Barack Obama meldete sich kurz nach der Entscheidung via Twitter zu Wort, allerdings mit einer gewaltigen Portion Eigenlob: "Das ist der Wahnsinn", schrieb der Stab des Präsidenten, fast jedes Land auf der Welt habe sich zu dem Klimaabkommen bekannt - "dank Amerikas Führung".

US-Außenminister John Kerry lobte hingegen seinen Amtskollegen: "Laurent, du hast einen hervorragenden Job gemacht!", sagte er an Konferenzleiter Fabius gewandt. Die Vereinbarung sei nicht nur im amerikanischen Interesse, sondern im Interesse jedes Landes auf der Erde.

Regierungssprecher Steffen Seibert ging es für die Bundesregierung mit einem Retweet aus dem Umweltministerium schon etwas nüchterner, aber dafür bildgewaltig an: mit einem Foto des Eifelturms, auf dem "für den Planeten" zu lesen ist.

Bundesumweltministerin Barbara Hendricks sagte in einer ersten Stellungnahme, sie sei sehr froh über das Erreichte, "wir haben heute alle zusammen Geschichte geschrieben." Doch sei "Paris nicht das Ende, sondern der Anfang eines langen Weges".

Am Samstagabend begrüßte auch Bundeskanzlerin Angela Merkel die Einigung als ein "Zeichen der Hoffnung". Im Kampf gegen die Erderwärmung habe "sich zum ersten Mal die gesamte Weltgemeinschaft zum Handeln verpflichtet", erklärte sie in Berlin.

Frankreichs Präsident François Hollande zog zur Würdigung des historischen Abkommens die bewegte Geschichte seines Landes heran: "In Paris hat es seit Jahrhunderten viele Revolutionen gegeben. Aber heute ist die schönste und friedlichste aller Revolutionen vollbracht worden, die Revolution für den Klimawandel", sagte er und schloss mit einem Danke. "Es leben die Vereinten Nationen, es lebe der Planet, es lebe Frankreich."

Einzig Nicaragua beschwerte sich: Dessen Chefverhandler Paul Oquist sagte, die reichen Nationen müssten weit mehr tun, um die Treibhausemissionen zu vermindern und die Erde zu schützen.

Selbst Umweltverbände beurteilten den Vertrag fast einhellig positiv, riefen aber auch zu raschem Handeln auf, um die darin definierten Ziele zu erreichen. "Paris gibt der Welt Hoffnung" und sende ein klares Signal für die Abkehr von fossilen Brennstoffen, erklärte der Greenpeace-Klimaexperte Martin Kaiser.

Der politische Geschäftsführer der Umwelt- und Entwicklungsorganisation Germanwatch, Christoph Bals, erklärte: "Das Abkommen wird die Welt der Energie- und Klimapolitik verändern."

Der WWF Deutschland lobte das Abkommen gar als "Meisterstück der Klimadiplomatie". Die Präsidentin der Entwicklungsorganisation Brot für die Welt, Cornelia Füllkrug-Weitzel, warnte vor Schlupflöchern in der Vereinbarung und Untätigkeit. "Jetzt müssen sofort die Schnürschuhe angezogen werden, um in großen Schritten den in Paris immerhin vorgezeichneten Weg zur Minderung der Treibhausgase rasch zu betreten", forderte sie.

Lob kam auch aus der Wissenschaft: "Wenn dies umgesetzt wird, bedeutet das eine Senkung der Treibhausgasemissionen auf Null in wenigen Jahrzehnten", erklärte der Leiter des Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung (PIK), Hans Joachim Schellnhuber. Sein Stellvertreter Ottmar Edenhofer bezeichnete das Abkommen als "Durchbruch". Nun hänge "das Schicksal der Erde" davon ab, wie schnell und wie umfassend die beschlossenen Maßnahmen umgesetzt würden.

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sun/dpa/Reuters