Klimagipfel Aufstand der Eisbären

Es ist eine der wichtigsten Veranstaltungen des Jahres - in Paris verhandeln ab Montag Politiker aus 195 Staaten einen Weltklimavertrag. Weltweit verlangen Hunderttausende Menschen auf Demonstrationen: Das müsst ihr schaffen!

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Es sind Tausende. Babyschuhe, Turnschuhe, Stöckelschuhe, Sandalen, Stiefel, Schlappen. Nach den Anschlägen von Paris sind in Frankreich Großveranstaltungen verboten, auch die für Sonntag geplante Großdemo vor der Uno-Klimakonferenz. So stehen nun also die leeren Schuhe am Place de la République als Vertreter der Menschen, die von den Mächtigen der Welt endlich ein Zeichen fordern.

Die einen Weltklimavertrag verlangen, der der Menschheit das Überleben auf unserem fragilen Planeten ermöglicht, der die reichen Länder in die Pflicht nimmt und den armen Staaten Möglichkeiten aufzeigt, wie sie sich entwickeln können, ohne die Ökofehler der Industriestaaten zu wiederholen. Auch ein Paar Schuhe im Namen von Papst Franziskus steht dort - beschriftet mit seinem Namen und dem Titel seiner Enzyklika gegen den Klimawandel.

Rund 10.000 Delegierte aus 195 Ländern verhandeln ab Sonntagabend über ein gemeinsames Abkommen zur Verringerung von Treibhausgasen. Vom Jahr 2020 an soll es an die Stelle des 1997 ausgehandelten Kyoto-Protokolls treten. Erklärtes Ziel ist: die globale Erwärmung auf zwei Grad über dem Temperaturdurchschnitt vorindustrieller Zeit zu begrenzen.

Weltweit fanden am Wochenende Demonstrationen für Klimaschutz statt. Im australischen Melbourne beteiligten sich rund 45.000 Demonstranten, Veranstaltungen fanden auf den Philippinen und in Bangladesch statt, in Südafrika, Libanon, Berlin und London, Neu Delhi, Kampala, Kyoto, New York, Kairo und in São Paulo.

"Klimawandel ist nicht cool" oder "Es gibt keinen Planeten B", stand auf den Schildern der Demonstranten. Unter den Aktivisten waren Gewerkschafter, Umweltschützer und Bewohner von Pazifikinseln, die vom Anstieg des Meeresspiegels infolge des Treibhauseffekts besonders betroffen sind.

In Manila beteiligten sich mehr als 2500 Kirchenvertreter, Studenten und Aktivisten an einer Kundgebung, im ganzen Land sollte es Aktionen geben. Die Philippinen sind eines der am meisten von klimabedingten Naturkatastrophen betroffenen Länder.

Die offizielle Eröffnungszeremonie mit zahlreichen Staats- und Regierungschefs, darunter Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU), US-Präsident Barack Obama sowie die Staatschefs Russlands und Chinas, Wladimir Putin und Xi Jinping, findet am Montag statt.


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Wer in Paris die Verhandlungen steuert, erklärt Wissenschafts-Redakteur Axel Bojanowski in diesem Video.

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jul/dpa/AFP



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