Glossar zur Klimakrise – Begriff der Woche Adaptation – gewappnet sein

Der Klimawandel ist bereits im Gange. Mensch und Natur sind also gezwungen, sich auf die Veränderungen einzustellen. Was ist Adaptation und wie kann sie gelingen? Der Klimabegriff der Woche.
Fluttor »Mose« in Venedig

Fluttor »Mose« in Venedig

Foto: ANDREA PATTARO / AFP

Was ist Adaptation?

Der Begriff Adaptation oder auch Anpassung hat in der Wissenschaft vielfältige Bedeutungen. In der Regel geht es dabei jedoch immer um Strategien, um gegenüber bestehenden oder zu erwartenden Veränderungen oder Anforderungen sinnvoll zu handeln. In Bezug auf das Klima beschreibt der Begriff Adaptation Maßnahmen und Reaktionen, mit denen die bereits eingetretenen oder drohenden Folgen des Klimawandels gesellschaftlich, ökologisch und wirtschaftlich aufgefangen werden. Das kann sowohl ein bewusst vom Menschen angestoßener Prozess sein (geplante Anpassung), aber auch unbewusst durch spontane Veränderungen in ökologischen und menschlichen Systemen erfolgen (autonome Anpassung). 

Warum ist Adaptation wichtig?

Adaptation ist neben der Mitigation eine der beiden zentralen Säulen der Klimapolitik. Mitigation meint dabei prinzipiell die Reduzierung des Treibhausgasausstoßes, um den globalen Anstieg der Temperaturen zu begrenzen. Wenn dagegen Dämme erhöht werden, um Überflutungen durch den Meeresspiegelanstieg zu verhindern oder wenn in bestimmten Regionen zunehmend Getreide angebaut wird, das weniger Wasser benötigt und hohe Temperaturen aushält, ist das die Umsetzung von Adaptationspolitik. Gegebene Möglichkeiten sollen genutzt werden, um drohende oder bereits vorhandene Schäden zu verhindern, zu mildern oder rückgängig zu machen. Schon Anfang der 1990er-Jahre haben sich die Staaten in der Klimarahmenkonvention der Uno (UNFCCC) neben der Minderung des Treibhausgasausstoßes dazu verpflichtet, nationale und regionale Programme zur »angemessenen Anpassung an die Klimaänderungen« zu erarbeiten (Artikel 4). 

Die Spannweite der Handlungsfelder reicht vom Artenschutz über Gesundheitspolitik, Hochwasserschutz, Bildung bis hin zu Stadt- und Raumplanung. Ansatzpunkte dafür sind vielfältig und beginnen im Kleinen auf privater und kommunaler Ebene und reichen bis zu nationalen Strategien. Die Bundesregierung hat 2008 für Deutschland einen politischen Handlungsrahmen für eine Anpassungsstrategie beschlossen. Zudem gibt es inzwischen Aktionspläne mit konkreten Maßnahmen. 

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Wo erfahre ich mehr?

Klimabegriff der Vorwoche: Anthropozän.

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