Klimaschutz Kyoto-Abkommen gilt ab Februar

Nachdem Russland dem Kyoto-Protokoll beigetreten ist, soll das Klimaschutzabkommen im Februar 2005 in Kraft treten. 128 Länder verpflichten sich darin, den Ausstoß von Klimagasen zu begrenzen. Die USA lehnen eine Beteiligung jedoch weiterhin ab.


Braunkohlekraftwerk: Deutschland will Emissionen um 21 Prozent senken
DPA

Braunkohlekraftwerk: Deutschland will Emissionen um 21 Prozent senken

Uno-Generalsekretär Kofi Annan hat am heutigen Donnerstag von Russland die Ratifizierungsurkunde zum Kyoto-Rahmenabkommen erhalten. Annan sprach von einem "historischen Schritt" im weltweiten Bemühen, die "wirklich globale Bedrohung" der Treibhausgas-Emissionen zu bekämpfen. Das Protokoll werde am 16. Februar 2005 wirksam werden. Annan forderte die Industriestaaten, die das Protokoll noch nicht ratifiziert haben, auf, dies nachzuholen und ihre Emissionen zu begrenzen.

Bundesumweltminister Jürgen Trittin (Grüne) würdigte das Abkommen als einen "Meilenstein des internationalen Umweltvölkerrechts". Mit dem Inkrafttreten des Kyoto-Protokolls zeige die internationale Gemeinschaft, dass sie den Herausforderungen des fortschreitenden Klimawandels entgegentrete. Erstmals sei die Reduzierung der Treibhausgas-Emissionen rechtsverbindlich festgelegt. Weitere Schritte müssten folgen, forderte Trittin.

Das Kyoto-Protokoll sieht vor, durch ein Quotensystem den weltweiten Ausstoß an Treibhausgasen zu senken. Um in Kraft treten zu können, musste das Abkommen von mindestens 55 Industriestaaten ratifiziert werden, die zusammen für mindestens 55 Prozent der Treibhausgas-Emissionen der Industrienationen des Jahres 1990 verantwortlich waren. Diese Voraussetzung konnte erst durch den Beitritt Russlands erreicht werden, da die USA und Australien als zwei der größten Industriestaaten das Abkommen bisher ablehnen - zum Ärger der jetzt 128 Mitgliedsländer.

Trittin sagte, für die Zeit nach 2012 werde "es darum gehen, die USA wieder in den multilateralen Prozess der Klimaverhandlungen zu integrieren und weitere Schritte zur Reduktion von Treibhausgasen" zu vereinbaren. "In diese Schritte sind auch die Entwicklungsländer einzubeziehen", sagte der Minister.

Deutschland wolle seine Emissionen bis 2012 um 21 Prozent senken. 19 Prozentpunkte sind laut Trittin bereits erreicht. Mit Russland hätten nun 128 Länder das Protokoll ratifiziert, die zugleich 61,6 Prozent der Emissionen der Industrieländer auf sich vereinigen.



© SPIEGEL ONLINE 2004
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.