Klimasimulation Erwärmung der Pole ist menschengemacht

Der Temperaturanstieg in Arktis wie Antarktis ist durch den Menschen verursacht. Dies ergaben aufwendige Simulationen des Klimas, bei denen Wissenschaftler mit und ohne die CO2-Emissionen der Menschheit gerechnet haben.

Jetzt ist es quasi amtlich: Der Mensch ist Schuld daran, dass es an Nord- und Südpol in den vergangenen Jahren immer wärmer geworden ist. Dies belegen Simulationen der Temperaturentwicklung in Antarktis und Arktis, die ein internationales Forscherteam im Fachblatt "Nature Geoscience" veröffentlicht hat.

"Zum ersten Mal können wir die Erwärmung von Arktis und Antarktis direkt auf menschliche Einflüsse zurückführen", sagte Nathan Gillett von der University of East Anglia im britischen Norwich. Die Wissenschaftler berufen sich auf an den Polen zwischen 1900 und 2008 gesammelte Daten. Rund um den Nordpol existieren 100 Wetterstationen, am Südpol sind es 20.

Diese Daten flossen in verschiedene Simulationen ein, in denen je nach Modell durch den Menschen verursachte Emissionen berücksichtigt oder ausgeklammert wurden. Das Resultat: nur die Simulationen, in denen der Ausstoß von Kohlenstoffgasen und FCKW berücksichtigt wurden, konnten die reale Temperaturentwicklung nachbilden.

In der Arktis haben Wissenschaftler in den vergangenen 40 Jahren einen Anstieg der Durchschnittstemperaturen von zwei Grad Celsius gemessen. Im Jahr 2007 war die Eisbedeckung des Polarmeeres auf dem niedrigsten je gemessenen Stand. Im Herbst dieses Jahres wurden Rekordtemperaturen registriert. Die Erwärmung rund um den Nordpol wird durch eine positive Rückkopplung beschleunigt: Je geringer die Eisbedeckung, umso mehr Wärmestrahlung der Sonne wird von den eisfreien, dunklen Wasserflächen absorbiert, was wiederum das Abtauen des verbliebenen Eises verstärkt. Es gibt auch Hinweise auf natürliche Gründe für den Temperaturanstieg.

Die Entwicklung in der Antarktis ist weniger eindeutig. Hier wurden nur punktuell steigende Temperaturen gemessen, in der Tiefsee sinken die Werte sogar. Der Weltklimarat IPCC konstatierte deshalb auch, dass der menschliche Einfluss auf das Klima auf jedem Kontinent nachgewiesen sei, außer in der Antarktis. Mit der neuen Studie glauben die Forscher, diese Lücke geschlossen zu haben.

Zwar sei der Erwärmungsprozess am Südpol weniger deutlich als am Nordpol, schreiben sie, aber die Messungen belegten, "dass die Temperaturen in den Regionen steigen, wo Daten verfügbar sind". Die Studie bestätige "auf überzeugende Weise" die bereits in früheren Arbeiten geäußerte Annahme, dass die Klimaerwärmung menschengemacht sei, schrieb der US-Klimaforscher Andrew Managhan in einem Kommentar. Die Kenntnis der Ursachen der Veränderung des Polarklimas bezeichnete Managhan als wichtigen Schlüssel zum Verständnis der Entwicklung des Polareises.

hda/AFP/Reuters

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