Klimaverhandlungen Uno-Chef macht Druck auf China

Uno-Generalsekretär Ban Ki Moon hat China aufgefordert, sich mehr für den Klimaschutz zu engagieren. Ohne Peking könne es bei den Verhandlungen für ein neues Klimaabkommen keine Erfolge geben, warnte er.


Peking - Schon seit einiger Zeit ist China der größte CO2-Produzent der Welt, auch wenn der Treibhausgasausstoß pro Kopf weit unter dem der Industrieländer liegt. Bisher hat sich die Regierung in Peking stets geweigert, bei den bevorstehenden Klimagesprächen verbindlichen Reduktionszielen zuzustimmen. "Der Westen ist verantwortlich für den Großteil des CO2, das sich in der Atmosphäre angereichert hat", lautet die Begründung - vorgetragen unter anderem vom Sondergesandten Yu Qingtai im Gespräch mit SPIEGEL ONLINE.

Ban in Peking: "Globale Macht geht mit globaler Verantwortung einher"
REUTERS

Ban in Peking: "Globale Macht geht mit globaler Verantwortung einher"

Uno-Generalsekretär Ban Ki Moon hat bei einem Besuch in China nun mit deutlichen Worten eine aktivere Klimapolitik des Landes eingefordert: "Globale Macht geht mit globaler Verantwortung einher", sagte Ban. Ohne China werde es beim Klimagipfel in Kopenhagen im Dezember keine Einigung auf ein neues Abkommen geben. Mit der Unterstützung Pekings habe die Welt jedoch "enormes Potential", ein Nachfolgeabkommen für das 2012 auslaufende Kyoto-Protokoll zu verabschieden.

"Starke Signale" aus China würden den Verhandlungsprozess für Kopenhagen vorantreiben, sagte der Uno-Generalsekretär. Andere "Schlüsselstaaten" würden dadurch ermuntert werden, auch mehr für den Klimaschutz zu tun. Zudem sei eine Senkung des Ausstoßes von Treibhausgasen im Interesse der Volksrepublik, da der Klimawandel die Gletscher des Himalaja schmelzen lasse und die Entwicklung von Wüstenlandschaften beschleunige, sagte Ban. Fortschritte Chinas bei nachhaltiger Wirtschafts- und Energiepolitik seien nicht nur für die Bewohner Chinas entscheidend, sondern für alle Bewohner dieser Welt.

China investiert massiv in den Ausbau regenerativer Energien, baut aber auch zahlreiche neue Kohlekraftwerke. Das Land hatte zuletzt beim Treffen der Staaten mit dem größten Ausstoß klimaschädlicher Treibhausgase im italienischen L'Aquila zugestimmt, die CO2-Emissionen bis 2050 zu senken und damit die Erderwärmung zu begrenzen. Neben China sperrt sich auch Indien gegen eine Festlegung auf genaue Ziele zur CO2-Reduktion.

chs/AFP/AP/dpa



© SPIEGEL ONLINE 2009
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.