Mehr Hitze und Trockenheit Wetterdienst legt erste Klimavorhersage für zehn Jahre vor

Bislang haben Forscher das Klima vor allem langfristig bis zum Ende des Jahrhunderts vorhergesagt. Der Deutsche Wetterdienst hat nun die kommenden Jahre berechnet - mit alarmierenden Ergebnissen.
Vertrockneter Acker in Mecklenburg-Vorpommern (Archivbild): 2019 war das zweitwärmste Jahr seit Beginn der Aufzeichnungen

Vertrockneter Acker in Mecklenburg-Vorpommern (Archivbild): 2019 war das zweitwärmste Jahr seit Beginn der Aufzeichnungen

Foto: Bernd Wüstneck/ DPA

Der Deutsche Wetterdienst (DWD) hat erstmals Klimavorhersagen für die kommenden zehn Jahre  berechnet. Diese könnten die Lücke zwischen bereits genutzten Vorhersagen für die nächsten Monate und langfristigen Klimaprojektionen bis zum Ende des Jahrhunderts füllen, sagte der Leiter der Klimatologie des DWD, Tobias Fuchs.

Die Berechnungen kommen zu dem Ergebnis, dass es in diesem Jahr deutschlandweit um 1,0 bis 1,5 Grad wärmer werden könnte, als im Mittel der Referenzperiode zwischen 1981 und 2010. Die durchschnittliche Temperatur in den Jahren 2025 bis 2029 werde insbesondere im Westen und Osten Deutschlands sogar um 1,5 bis 2,0 Grad höher liegen.

Global betrachtet war das vergangene Jahr laut DWD das zweitwärmste seit dem Beginn der weltweiten Aufzeichnungen im Jahr 1850. Die Dekade 2010 bis 2019 war demnach sogar die historisch wärmste.

Empfohlener externer Inhalt
An dieser Stelle finden Sie einen externen Inhalt, der den Artikel ergänzt und von der Redaktion empfohlen wird. Sie können ihn sich mit einem Klick anzeigen lassen und wieder ausblenden.
Externer Inhalt

Ich bin damit einverstanden, dass mir externe Inhalte angezeigt werden. Damit können personenbezogene Daten an Drittplattformen übermittelt werden. Mehr dazu in unserer Datenschutzerklärung.

Prognosen für Landwirtschaft wichtig

Laut der Vorhersage des DWD wird der Niederschlag in diesem Jahr noch durchschnittlich ausfallen. In den kommenden fünf Jahren müsse mit Trockenheit gerechnet werden. Die Prognosen seien insbesondere für die Land- und Forstwirtschaft wichtig.

"Wir sind die erste Generation, die die Auswirkungen des menschengemachten Klimawandels so umfassend messen, beobachten und wissenschaftlich analysieren kann", sagte der Präsident des DWD und der Weltorganisation für Meteorologie (WMO), Gerhard Adrian. "Dieses Wissen ist in der Welt und lässt sich nicht mehr unter den Tisch kehren."

Adrian mahnte mehr Engagement im Kampf gegen den Klimawandel an. Die Treibhausgaskonzentration in der Atmosphäre nehme immer noch zu, die weltweite Mitteltemperatur steige weiterhin an und der globale Meeresspiegel erhöhe sich. "Alle wichtigen Stellschrauben drehen sich unverändert in die falsche Richtung."

jki