Klimawandel Hitze forderte mindestens 35.000 Tote

Die Hitzewelle im August hat nach neuen Berechnungen allein in acht europäischen Ländern mindestens 35.000 Menschen getötet. Für die Zukunft sagen Wissenschaftler noch heißere Sommer voraus.


Hitze-Opfer in Paris: Hohe Temperaturen töteten Zehntausende
AFP

Hitze-Opfer in Paris: Hohe Temperaturen töteten Zehntausende

Das Earth Policy Institute (EPI) in Washington hat jetzt Statistiken aus acht europäischen Ländern zusammengetragen und die Zahl von mindestens 35.000 Menschen ermittelt, die der Hitzewelle im August zum Opfer gefallen sind. Die größten Verluste beklagte demnach Frankreich mit 14.802 Toten - "19-mal mehr, als die Sars-Epidemie weltweit gefordert hat", bemerkte das EPI. In Deutschland seien rund 7000 Menschen gestorben, in Spanien 4200 und etwa 2000 in Großbritannien.

Die Zahl von 35.000 Toten sei eine optimistische Schätzung, betonten die beteiligten Forscher. "Da noch nicht für alle europäischen Ländern Daten vorliegen, ist die Gesamtzahl der Hitzeopfer wahrscheinlich wesentlich höher."

Obwohl der diesjährige August auf der Nordhalbkugel der heißeste seit Beginn der Klima-Aufzeichungen gewesen sei, prophezeite das Institut "noch extremere Wetterlagen". So hätten etwa Prognosen des Intergovernmental Panel on Climate Change ergeben, dass die Durchschnittstemperatur der Erde bis zum Ende dieses Jahrhunderts um 1,4 Grad Celsius ansteigen werde.

Dennoch werde die Gefahr durch hohe Temperaturen nach wie vor unterschätzt. "Hitzewellen fordern jährlich mehr Todesopfer als Überflutungen, Tornados und Hurrikane zusammen", so das EPI. "Sie sind lautlose Killer, die vor allem ältere und sehr junge Menschen sowie chronisch Kranke gefährden."

In den vergangenen 25 Jahren ist die globale Durchschnittstemperatur um 0,6 Grad gestiegen. Die World Meteorological Organization schätzt, dass sich die Zahl der Todesopfer durch Hitzewellen in weniger als 20 Jahren verdoppeln könnte.



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