Hitzewelle in den USA Death Valley kratzt am Temperaturrekord

Experten müssen die Daten im Detail noch bestätigen, aber bereits jetzt ist klar: Im US-Bundesstaat Kalifornien wurden am Wochenende einige der höchsten je auf der Erde gemessenen Temperaturen registriert.
Hier zeigt das Thermometer am Besucherzentrum im Death Valley noch 134 Grad Fahrenheit an, also 56 Grad Celsius, wenig später wurde sogar noch etwas mehr gemessen

Hier zeigt das Thermometer am Besucherzentrum im Death Valley noch 134 Grad Fahrenheit an, also 56 Grad Celsius, wenig später wurde sogar noch etwas mehr gemessen

Foto: John Locher / AP

Zwei teils mehr als 3000 Meter hohe Gebirgsketten grenzen das Tal des Todes ein. Aus dem wolkenlosen Himmel brennt die Sonne und heizt das Gebiet dazwischen unerbittlich auf. Im Death Valley im US-Bundesstaat Kalifornien werden immer wieder Extremtemperaturen gemessen. Am Wochenende wurde nun aber womöglich ein neuer Rekord aufgestellt: Am Sonntagnachmittag Ortszeit zeigte das Thermometer am Furnace Creek Visitors Center 134 Grad Fahrenheit an, also 56,7 Grad Celsius.

Offiziell bestätigt ist die Messung noch nicht. Es ist möglich, dass sie noch minimal nach unten korrigiert wird. In jedem Fall handelt es sich aber um eine der höchsten je auf der Erde gemessenen Temperaturen. Der US-Wetterdienst, er ist für die offizielle Temperaturbestimmung zuständig, maß in der Region am Samstag immerhin 130 Grad Fahrenheit beziehungsweise 54,4 Grad Celsius.

Selbst das wäre im Fall einer Bestätigung durch die Weltorganisation für Meteorologie (WMO) – zusammen mit einer ebenfalls noch zu validierenden Messung aus dem vergangenen August – mindestens der dritthöchste bekannte Temperaturwert aller Zeiten. An den Messungen auf den Plätzen eins uns zwei der Rangliste (Platz 1: Death Valley, 10. Juli 1913, 56,7 Grad Celsius, Platz 2: Kebili in Tunesien, 7. Juli 1931, 55,0 Grad Celsius) gibt es außerdem Zweifel.

Auch in den kommenden Tagen  dürften die Temperaturen im Death Valley im Bereich möglicher Rekorde liegen. Die Extremtemperaturen betreffen freilich nicht nur das Wüstental, in dem man sie im Prinzip ja gewohnt ist. Für rund 30 Millionen Menschen im Westen der USA hat der Wetterdienst des Landes teils dramatische Hitzewarnungen herausgegeben.

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Inzwischen sagen die Meteorologen sogar die nächste Runde an Extremtemperaturen voraus. Sorge bereitet ihnen dabei, dass auch die Nächte besonders warm bleiben sollen – so verstärke sich der Effekt: »Die Menschen sind nicht in der Lage, sich abzukühlen, es ist viel schwieriger, Erleichterung zu bekommen«, so  Sarah Rogowski vom National Weather Service.

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Die Hitze liegt seit geraumer Zeit wie eine Glocke über der Region. Eine Schnellstudie der World Weather Attribution Group, an der 27 Forscherinnen und Forscher unter anderem der Princeton University, der University of Oxford, der ETH Zürich, der Columbia University und des Deutschen Wetterdienstes beteiligt waren, legt nahe, dass die Hitzewelle in Amerika ohne den Klimawandel »nahezu unmöglich« wäre.

Mehrere große Waldbrände wüten

In der Region drohen außerdem schwere Gewitter – und dadurch wiederum Waldbrände, wie sie in der Nähe des Lake Tahoe derzeit wüten. Die Brände waren wohl nach Blitzschlägen am Freitag ausgebrochen. Auch im Bundesstaat Oregon gibt es Probleme mit Waldbränden. Hier sind mindestens 580 Quadratkilometer Fläche betroffen.

In Kalifornien wurden die Menschen aufgefordert, Strom und Wasser zu sparen, um die öffentlichen Versorgungsnetze nicht zu überlasten. Die Lage im Stromnetz ist auch deswegen angespannt, weil der Waldbrand in Oregon sich in unmittelbarer Nähe zu einer Hochspannungstrasse befindet, über die eigentlich Kalifornien versorgt wird. Rund tausend Feuerwehrleute sind allein dort im Einsatz.

Im Bundesstaat Arizona starben zwei Menschen, als ein zur Waldbrandüberwachung eingesetztes Flugzeug am Samstag in der Nähe von Phoenix abstürzte. Die Hintergründe werden noch untersucht.

chs