Uno-Weltwetterorganisation Neuer Rekord an Treibhausgasen in Atmosphäre

Noch nie hat die Atmosphäre eine so hohe Konzentration an klimaschädlichem Kohlendioxid und Methan aufgewiesen. Die Weltwetterorganisation warnt, dass künftige Generationen mit ernsten Folgen konfrontiert würden.

Kohlekraftwerk Mehrum (Archivbild): "Ernste Folgen" des Klimawandels für künftige Generationen
DPA

Kohlekraftwerk Mehrum (Archivbild): "Ernste Folgen" des Klimawandels für künftige Generationen


Die Konzentration klimaschädlicher Treibhausgase in der Atmosphäre nimmt laut der Weltwetterorganisation (WMO) weiter bedrohlich zu.

Die CO2-Konzentration sei binnen einem Jahr von 405,5 Anteilen pro Million (ppm) auf einen Rekordwert von 407,8 ppm gestiegen, teilte die Organisation in ihrem jährlichen Treibhausgas-Bericht mit. Die Konzentration des ebenfalls sehr klimaschädlichen Methans stieg demnach ebenfalls in Rekordhöhen und liegt nun 259 Prozent über dem Niveau der vorindustriellen Zeit.

Die Entwicklung bedeute, dass künftige Generationen mit ernsten Folgen des Klimawandels wie höheren Temperaturen, mehr Extremwetterereignissen und steigendem Meeresspiegel konfrontiert würden, hieß es von der WMO.

WMO-Generalsekretär Petteri Talaas präsentierte den jährlichen Bericht in Genf
Salvatore Di Nolfi/DPA

WMO-Generalsekretär Petteri Talaas präsentierte den jährlichen Bericht in Genf

Kohlendioxid, das aus der Verbrennung von Öl, Gas und Kohle stammt, sei global weiterhin das bedeutendste Treibhausgas. Auch das Verbrennen und Abholzen der tropischen Regenwälder trage wesentlich zur CO2-Konzentration bei.

Methan, das nicht zuletzt bei der Rinderzucht frei wird, gehöre zu den Gasen, deren Anstieg sich laut Experten in den vergangenen Jahren beschleunigt hat. Der massive Gebrauch von Dünger sei ein Grund für das Plus bei den Stickoxiden.

Nur eine globale Lösung für das Problem

"Es gibt keine Anzeichen für eine Verlangsamung des Trends, geschweige von einem Rückgang der Treibhausgas-Konzentrationen, trotz aller Zusagen im Pariser Klimaabkommen", sagte WMO-Generalsekretär Petteri Taalas. Die Staaten müssten endlich handeln und ihren Ehrgeiz im Interesse des künftigen Wohlergehens der Menschheit steigern.

Bereits im vergangenen Jahr hatte Taalas gewarnt, dass der "Klimawandel zerstörerische und unumkehrbare Folgen für die Erde" haben werde, wenn es keine Verringerung der Treibhausgase geben werde.

Zwar seien einzelne Länder wie China besonders am Ausstoß von Treibhausgasen beteiligt, es könne aber nur eine globale Lösung für das Problem geben, so Taalas. Im internationalen Vergleich gehöre Europa zu den treibenden Kräften beim Klimaschutz. Trotz des Rückzugs der USA aus dem Pariser Klimaschutzabkommen bewege sich dort viel, erklärte Taalas. Nicht zuletzt dank der Anstrengungen von Städten wie New York und Bundesstaaten wie Kalifornien hätten die USA einen guten Teil ihrer im Klimaabkommen bis 2050 versprochenen Ziele bereits erreicht. Positiv sei, dass die Diskussion über das Klima so ernsthaft wie noch nie geführt werde.

Vom 2. bis 13. Dezember treffen bei der UN-Klimakonferenz in Madrid Vertreter aus 200 Ländern zusammen. Chile hatte die ursprünglich in dem lateinamerikanischen Land geplante Konferenz Anfang November wegen anhaltender politischer Unruhen abgesagt. Spanien war eingesprungen.

hba/dpa



insgesamt 149 Beiträge
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SummseMann 25.11.2019
1. Realitäten
Ich hoffe das wenigsten ein paar Deutsche jetzt verstehen das Deutschland keinen Einfluss auf das globale Klima hat. Nein, wir können das Klima nicht retten, sondern höchstens Vorbild sein. Ich frage mich aber wer, außer Deutschland, sieht in einer Verringerung des Lebensstandard, einer Verteuerung der Lebenshaltung und hunderten von Milliarden für Klimaschutz ohne dass etwas bewirkt werden kann ein erstrebenswertes Ziel? Ich sehe hier nichts was der Welt als Vorbild dienen soll. Es werden demnächst 50% mehr Menschen auf der Erde leben, in den nächsten 10 Jahren werden pro Jahr 80-90 Millionen Autos dazu kommen, fast alles Verbrenner, das ist Realität. Alle Menschen, außer Deutschen natürlich, streben eine Erhöhung des Lebensstandards an, auch das ist Realität. Und niemand traut sich an das Grundproblem, Überbevölkerung. Anstatt alle zwingen zu wollen wie in der dritten Welt zu leben, streben wir doch eine globale Weltbevölkerung an die auf unserem Niveau lebt. Und ich meine alle müssen ran, z.B. für Deutschland 20 Millionen Einwohner anstreben.
labuday 25.11.2019
2. das ist auch Kokolores, was die da erzählen - der Mensch produziert
nur durch seine Atmung zwischen 160 kg und 2040 kg CO2 pro Jahr - je nach körperlicher Aktivität. Man berechne das für 1 Milliarde Menschen, die alle paar Jahre mehr in diese Welt geboren werden. Das macht ZUSÄTZLICH zwischen 70 Mio kg pro Jahr und 1 Billion kg pro Jahr. Nicht gerechnet die 8 Milliarden, die das jetzt schon in die Welt blasen (zwischen 0,56 Billionen kg und 8 Billionen kg). Man muß die Menschen verbieten, nicht die Autos.
insigma 25.11.2019
3. Schön, das sie das fordern
Aber was bringt es uns denn? Selbst wenn man in Deutschland einen Geburtendurchschnitt von 0,25 Kindern pro Frau oder weniger per Gesetz durchdrückt, und mehr unter Strafe stellt, und sich alle dran halten, würde es noch mindestens 50 Jahre dauern, bis Deutschland auf den gewünschten 20 Mio ist.. mit natürlicher Sterberate. Oder schwebt ihnen da was anderes vor? Und das ist nur Deutschland, wie schaut es mit anderen Ländern aus? Haben sie da auch schon einen Plan? Solche Überlegungen offenbaren den Schwachsinn, den sie da verschwurbeln. Die Bevölkerungskurve wird abflachen, und sogar zurück gehen, aber auf natürlichem Weg werden akzeptable Werte erst frühestens Mitte des 22ten Jahrhunderts erreicht. Dann wäre es aber für das Klima um Längen zu spät. Jetzt muss gehandelt werden, jetzt muss der Ausstoß von CO2 + der anderen klimaschädlichen Gasen reduziert, bzw. am besten in einen negativen Wert, geführt werden. Deutschland kann sehr wohl zu einer Vorbildfunktion werden. Und eventuell auch Technik exportieren. Und mal abgesehen davon, können unsre 3% Anteil am Ende der Tropfen sein, der das Fass zum überlaufen bringt. Aber wie immer wird nichts passieren. Vielleicht ist der klimakollaps der Große Filter, der Grund, warum wir noch keine Außerirdische Zivilisation gefunden haben. Weil alle vor uns ebenfalls daran gescheitert sind.
paul5953 25.11.2019
4. Klima der Zukunft
Es gibt nicht nur ein Problem, was zu lösen ist, sondern ein ganzes Bündel. Zuviele Menschen, Wirtschaft, Kapitalismus - der Kommunismus ist auch gescheitert - und vor allem, was den Menschen auszeichnet, das Streben nach Macht und die Rücksichtslosigkeit. Die nævhsten Generationen werden sich bedanken, wie toll doch die Politiker und die Wirtschaftsbosse den Karren an die Wand gefahren haben. Jetzt ist es für eine schnelle Lösung, die vor 40 Jahren noch möglich gewesen wäre, zu spät. Plakativ gesagt: Unterstützen wir das Klima, geht die derzeitige Wirtschaft kaputt. Es wird zu politischen Unruhen führen. Unterstützen wir die Wirtschaft, wird es zur Klimakatastrophe kommen. Ich bin mir nicht sicher, ob wir so erfindungsreich sind, um die Katastrophe abzuwenden. Dies ist m.E nur dann möglich, wenn alle Staaten zusammen arbeiten. Das ist aber derzeit nicht zu erwarten. In der Erdgeschichte sind Tierarten nach ihrer Spezialisierung ausgestorben. Es gab dann keine Nahrung mehr. Wir Menschen haben uns ebenfalls spezialisiert - das Gehirn. Leider scheinen wir trotz des Wissens, was passieren wird, nichts dagegen zu unternehmen, da die Eitelkeit, der Profit und die Hier bei uns ùberwiegen.
rudy09.rd 25.11.2019
5.
Warnung Nr. 629-2019
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