Klimawandel Meteorologen registrieren weltweit Hitzerekorde

Vom Klimagipfel in Cancún meldet sich die Welt-Meteorologieorganisation mit alarmierenden Daten. 2010 ist wohl eines der wärmsten Jahre weltweit - und das aktuelle Jahrzehnt das wärmste seit Beginn der Wetteraufzeichnungen.
Diskussion über Erderwärmung (Kopenhagen, 2009): Temperaturen steigen weiter

Diskussion über Erderwärmung (Kopenhagen, 2009): Temperaturen steigen weiter

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PAWEL KOPCZYNSKI/ REUTERS

Der Winter bricht in diesen Tagen über Deutschland herein - aber das sollte nicht darüber hinwegtäuschen, dass 2010 global ein Rekord-Hitzejahr werden könnte.

Klimakonferenz im mexikanischen Cancún

"Es ist fast sicher, dass 2010 unter den drei wärmsten Jahren seit Beginn der Aufzeichnungen 1850 ist", sagte Michel Jarraud, Generalsekretär der Welt-Meteorologieorganisation (WMO) der Uno, am Rande der . Bisher sei dieses Jahr sogar etwas wärmer als die bisherigen Spitzenreiter 1998 und 2005.

In einigen eng begrenzten Regionen war 2010 allerdings relativ kühl. Für einige Länder Europas - darunter Deutschland, Großbritannien und Frankreich - werde es voraussichtlich sogar das kälteste Jahr seit 1996, sagte Jarraud. Der vergangene Winter mit seinen tiefen Temperaturen hat dafür gesorgt, dass die Durchschnittstemperatur vergleichsweise niedrig ist. In Afrika sowie Teilen Asien und der Arktis seien die Temperaturen dagegen deutlich gestiegen.

Konkret listet die WMO einige ungewöhnliche Klimaereignisse 2010 auf:

Russland wüteten Waldbrände

In Pakistan führten die schweren Regenfälle im Juli und August zu einer verheerenden Flut

  • Hitzewelle in Russland: Zwischen Mai und Juli hatten größere Gebiete Eurasiens mit den Folgen extremer Temperaturen zu kämpfen. In , wegen fehlender Niederschläge kam es vor allem in der Region um die Wolga zu Ernteausfällen. Die Juli-Temperatur in Moskau war 7,6 Grad höher als normal.
  • Monsun in Asien: . 20 Millionen Menschen mussten wegen der Wassermassen aus ihren Häusern fliehen.
  • Eisiger Winter in Europa: Schwache Westwinde führten Anfang 2010 zu ungewöhnlich niedrigen Temperaturen im größten Teil Europas, Russlands sowie der Mongolei. In Irland und Schottland war es der kälteste Winter seit Anfang der sechziger Jahre. Im Gegensatz dazu verzeichnete Kanada den wärmsten Winter seit Beginn der Wetteraufzeichnungen.

Die WMO legt nahe, was schon länger vermutet wurde: Die Jahre 2001 bis 2010 dürften einen Wärmerekord aufstellen - als das wärmste Jahrzehnt seit Beginn der Messungen 1850. Die Durchschnittstemperatur lag nach Angaben der WMO um 0,46 Grad Celsius über dem Durchschnitt der Jahre 1961 bis 1990.

Michel Jarraud äußerte die Hoffnung, dass die Daten die Staaten bei den Verhandlungen über ein neues Klimaabkommen anleiten würden. Sollte nichts unternommen werden, werde die Temperaturkurve weiter steigen.

Auf dem Weltklimagipfel im mexikanischen Cancún ringen mehr als 190 Staaten um den künftigen internationalen Klimaschutz.

wbr/reuters/dpa/AFP
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