Klimawandel Tibets Gletscher schmelzen rapide

Die Gletscher in Tibet schrumpfen dramatisch: Derzeit gehen die Eisgiganten nach Zahlen chinesischer Wetterstationen um jährlich sieben Prozent zurück. Katastrophale Überflutungen könnten die Folge sein.


Peking - Auf dem sogenannten Dach der Welt, dem tibetanischen Hochland, gehen die Gletscher wegen der globalen Klimaerwärmung um jährlich sieben Prozent zurück. Das berichtete die amtliche chinesische Nachrichtenagentur Xinhua unter Berufung auf Daten der 681 Wetterstationen des Landes über vier Jahrzehnte.

Drung-Durung-Gletscher am Fuße des Bergs Z-3: Eisgiganten im Himalaya schrumpfen
AP

Drung-Durung-Gletscher am Fuße des Bergs Z-3: Eisgiganten im Himalaya schrumpfen

Die Durchschnittstemperaturen in Tibet seien seit den achtziger Jahren um 0,9 Grad gestiegen, zitierte Xinhua einen Sprecher der nationalen Meteorologiebehörde. Der Rückgang der Gletscher werde zu Dürren, weiterer Wüstenbildung und mehr Sandstürmen führen, erklärte Dong Guangrong von der chinesischen Akademie der Wissenschaften.

Es ist nicht das erste Mal, dass Forscher vor den Folgen der Gletscherschmelze im Himalaya warnen. Bereits vor einem Jahr prophezeite die Umweltschutzorganisation WWF massive Überschwemmungen in China, Indien und Nepal. Anschließend könne es zu einem Wassermangel in der gesamten Region kommen, da das Wasser der Himalaya-Gletscher die sieben größten Flüsse Asiens - Ganges, Indus, Brahmaputra, Mekong, Thanlwin, Jangtse und den Gelben Fluss - speist und so die Wasserversorgung Hunderter Millionen Menschen sichert.

mbe/dpa



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