Klimawandel Umweltschützer fürchten um Welterbe-Stätten

Die Folgen der sich abzeichnenden Erderwärmung bedrohen zunehmend auch das Weltkulturerbe, warnen Organisationen wie Greenpeace. Die Umweltschützer verlangen deshalb, dass die Unesco bestimmte Stätten des Welterbes als vom Klimawandel bedroht einstuft.

In Dresden sind es ein Bürgerentscheid und Gerichte, die den Status eines Welterbes gefährden. Der geplante Bau der Waldschlösschenbrücke könnte dazu führen, dass das Elbtal aus der Weltkulturerbeliste gestrichen wird. Das zuständige Unesco-Komitee hat Dresden jetzt eine Frist bis zum Oktober gesetzt, um Alternativen zum derzeitigen Entwurf der brücke vorzulegen.

Doch Gefahren für Welterbe-Stätten drohen jedoch nicht nur von Bürgern, die gern mit dem Auto schneller über die Elbe kommen wollen. Auch der Klimawandel setzt der Natur weltweit zu. Deshalb verlangen Greenpeace, das Climate Action Network Australia und weitere Umweltschutzorganisationen, dass sechs Welterbe-Stätten als vom Klimawandel bedroht eingestuft werden.

Anlässlich des Treffens der Welterbekommission im neuseeländischen Christchurch haben die Organisationen eine Petition vorgelegt, in der sie verlangen, dass die Blue-Mountains-Region in Australien den Status "gefährdet durch den Klimawandel" erhält. Die einzigartigen Eukalyptuswälder seien von immer stärkeren und häufigeren Feuern betroffen. Die Brände hätten mit dem Klimawandel zu tun, berichten Greenpeace und die anderen Umweltschutzorganisationen in einer Pressemitteilung.

Blaue zu schwarzen Bergen?

"Australiens herausragende Blue Mountains könnten sich in schwarze Berge verwandeln, wenn wir nicht schnell handeln und den Klimawandel begrenzen", sagte Philip Freeman vom Climate Action Network Australia. Das Überleben vieler Arten in der Welterberegion sei bedroht. Die Unterzeichner der Petition hoffen, dass der Klimawandel stärker ins Bewusstsein der Welterbekommission rückt.

Australiens Blue Mountains sind nicht das erste Weltkulturerbe, das Umweltschützer durch steigende Temperaturen gefährdet sehen. In den vergangen Jahren hatte sie bereits für fünf andere Stätten ähnliche Petitionen an die Unesco-Kommission geschickt. Als vom Klimawandel bedroht gelten demnach:

  • das Great Barrier Reef in Australien,
  • der Sagarmatha National Park Nepal, zu dem auch der Mount Everest gehört,
  • das Belize Barrier Reef in Mittelamerika,
  • der Huascaran National Park in Peru und
  • der Waterton-Glacier International Peace Park an der Grenze zwischen Kanada und den USA.
Insgesamt befasst sich der Unesco-Ausschuss bei seinen bis zum 2. Juli dauernden Beratungen mit 45 Vorschlägen aus 39 Ländern für die Aufnahme von Regionen und Denkmälern in die Liste der Welterbestätten. Deutschland hat die Aufnahme Heidelbergs in die Liste beantragt. Weitere Kandidaten sind beispielsweise das Opernhaus von Sydney, die französische Weinmetropole Bordeaux sowie die südkoreanische Vulkaninsel Jeju.

hda/dpa

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