Hitzewellen, steigender Meeresspiegel Weltbank hält Folgen des Klimawandels für unumkehrbar

Selbst wenn die Menschheit den Ausstoß von Treibhausgasen drastisch reduzieren würde - es würde kaum helfen: Viele Folgen des Klimawandels lassen sich nicht mehr aufhalten, warnt die Weltbank. Besonders werden die ärmsten Länder leiden.
Flut in Pakistan (Archiv): Werden Wetterextreme zur Normalität?

Flut in Pakistan (Archiv): Werden Wetterextreme zur Normalität?

Foto: ASIF HASSAN/ AFP

Oslo - Wochenlange Hitzewellen und andere Wetterextreme könnten zur neuen Normalität werden. Die Folgen des Klimawandels lassen sich kaum noch aufhalten. Das geht aus einem von der Weltbank veröffentlichten Bericht des Potsdam-Instituts für Klimafolgenforschung (PIK) hervor. All dies sei selbst dann der Fall, wenn die Regierungen schnell genug handelten, um ihre Treibhausgasemissionen zu senken, sagte Weltbank-Präsident Jim Yong Kim.

Der Bericht mit dem Titel "Die Hitze runterdrehen - Der neuen Klimanormalität ins Auge sehen"  sei alarmierend, sagte Kim weiter. Demnach wird unter anderem der Meeresspiegel in den kommenden Jahrhunderten stetig ansteigen. Die Temperaturen seien im Schnitt bereits um etwa 0,8 Grad seit der Industriellen Revolution geklettert. Der Bericht fasst anlässlich der bevorstehenden Welt-Klimakonferenz in Peru die besorgniserregendsten Erkenntnisse des aktuellen Uno-Klimareports zusammen.

Er mahnt, entschlossen gegen eine Erwärmung um bis zu vier Grad noch in diesem Jahrhundert im Vergleich zum vorindustriellen Zeitalter vorzugehen. In Paris soll beim Uno-Klimagipfel Ende 2015 ein neues bindendes Abkommen für die Zeit nach 2020 erreicht werden, um die Erderwärmung unter der kritischen Grenze von zwei Grad zu halten.

Mahnung aus Potsdam

Wie drastisch sich der Klimawandel auswirkt, mahnt Christopher Reyer vom PIK: Schon jetzt seien die Folgen für die verschiedenen Regionen extrem unterschiedlich. "Zwei Dinge sind in unserem Bericht jedoch sehr klar geworden: Kaum eine Region ist von den Folgen des Klimawandels ausgenommen, und das Risiko für die Menschen ist dort am größten, wo mehrere Klimafolgen zusammenwirken." In den Anden könnten die Menschen etwa saisonaler Wasserknappheit ausgesetzt sein, während gleichzeitig die Lebensmittelpreise anstiegen und Wetterextreme zusätzliche Belastungen mit sich brächten.

Die Autoren fordern daher, "die gesamte Kette der Klimafolgen zu betrachten", also zum Beispiel Hitzewellen, die Ernteausfälle auslösen und sich wiederum so auf die Gesundheit der Menschen auswirken.

Die Klimaforscher warnen zudem vor den verheerenden Folgen der Erderwärmung für die Menschen vor allem in ärmeren Regionen. Der Klimawandel sei ein steigendes Risiko für den Entwicklungsprozess und könne die globalen Anstrengungen im Kampf gegen "extreme Armut unterminieren", heißt es in dem Bericht. Auch Hans Joachim Schellnhuber vom PIK sagte, die Folgen der Erderwärmung würden in den kommenden Jahrzehnten wahrscheinlich "vor allem die treffen, die am wenigsten zum Anstieg der Treibhausgas-Emissionen beigetragen haben: die Armen der Welt".

Insbesondere Entwicklungsländer würden die stärksten Klimafolgen zu spüren bekommen, besonders in den Tropen; und gerade ihnen fehlten die Mittel, sich darauf einzustellen.

yes/Reuters/AFP