Uno-Bericht Schnellste Zunahme von Treibhausgasen seit 30 Jahren

Von Menschen verursachte Abgase gelten als Ursache des Klimawandels. Jetzt berichtet die Uno, dass die Menge an Treibhausgasen in der Luft einen neuen Höchststand erreicht habe - mit Folgen für Klima und Ozeane.
Braunkohlekraftwerk Garzweiler: Menschengemachte Treibhausgase sammeln sich in der Luft

Braunkohlekraftwerk Garzweiler: Menschengemachte Treibhausgase sammeln sich in der Luft

Foto: AP/dpa

Hamburg - Die Konzentration von Kohlendioxid (CO2) in der Luft ist seit 30 Jahren nicht so stark angestiegen wie von 2012 auf 2013. Das berichtet die Weltorganisation für Meteorologie (WMO), eine Gruppe der Vereinten Nationen (Uno). Die Menge an Treibhausgasen in der Atmosphäre habe einen neuen Höchststand erreicht.

Damit beschleunige sich die Erwärmung des Klimas: Der sogenannte Strahlungsantrieb durch die Treibhausgase nahm von 1990 bis 2013 um 34 Prozent zu, berichtet die WMO . Die Gase halten Sonnenstrahlung in der Luft zurück, sodass sie sich erwärmt - das Ausmaß ist allerdings umstritten. Ursache des Klimawandels der vergangenen Jahrzehnte sei hauptsächlich CO2, das der Mensch mit Abgasen in die Luft blase, konstatiert der Uno-Klimarat in seinem Sachstandsbericht.

Die CO2-Konzentration sei im vergangenen Jahr auf 396 pro Millionen Teile gestiegen, mithin auf 142 Prozent des vorindustriellen Werts Mitte des 18. Jahrhunderts, schreibt die WMO. Allein von 2012 auf 2013 seien 2,9 pro Millionen Teile hinzugekommen.

Die Konzentration des Treibhausgases Methan sei im vergangenen Jahr auf 253 Prozent, die von Lachgas auf 121 Prozent des vorindustriellen Werts gestiegen. Es handelte sich jeweils um neue Höchststände, erklärte die WMO.

Versauerung der Ozeane

"Wir wissen mit Gewissheit, dass sich das Klima wandelt und die meteorologischen Bedingungen wegen des menschlichen Verhaltens immer extremer werden", sagt WMO-Generalsekretär Michel Jarraud. "Wir müssen den Trend stoppen, indem wir den Ausstoß von CO2 und anderen Treibhausgasen zurückfahren."

Zwar stagniert die Erwärmung der Luft seit Beginn des Jahrtausends, der Klimawandel setze sich jedoch fort, meinen Experten: Zusätzliche Wärme werde vermutlich in den Ozeanen gespeichert.

Auch in den Ozeanen drohe durch CO2 eine Umweltkatastrophe, warnt die WMO: Die Meere seien von einer "beispiellosen" Versauerung betroffen. Die Folgen für Organismen sind im Einzelnen unklar, es drohten ihnen jedoch erhebliche Probleme. Täglich würden die Weltmeere pro Person rund vier Kilogramm CO2 aufnehmen. Der Säuregehalt der Ozeane sei dadurch wahrscheinlich auf den höchsten Stand seit mindestens 300 Millionen Jahren gestiegen, erklärt die WMO.

boj