Kohlenstoffbilanz Pflanzen verarbeiten Treibhausgas schneller als angenommen

Das Klima reagiert überraschend empfindlich auf Änderungen der Größe von Wäldern und Wiesen. Messungen zeigen, dass Pflanzen erheblich mehr Kohlendioxid umsetzen, als Klimamodelle berechnen.

Buchenblätter im Hessischen Staatsforst im Taunus: Modelle korrigieren
dapd

Buchenblätter im Hessischen Staatsforst im Taunus: Modelle korrigieren


Die Vegetation ist offenbar produktiver als gedacht: Pflanzen nehmen deutlich mehr Kohlenstoff auf als bisher angenommen - und setzen ihn rasch wieder frei. Zu diesem Ergebnis kommen Forscher nach der Analyse kurzfristiger Klimaänderungen. Statt 120 Milliarden Tonnen Kohlenstoff betrage die sogenannte globale Brutto-Primärproduktion 150 bis 175 Milliarden Tonnen Kohlenstoff pro Jahr, schreiben Lisa Welp von der University of California in San Diego und ihre Kollegen im Wissenschaftsmagazin "Nature". Computermodelle, die das Klima der Zukunft berechnen, sollten nach Meinung der Forscher entsprechend korrigiert werden.

"Klimamodelle würden viel empfindlicher auf Änderungen der Vegetation reagieren, wenn sie mit den neuen Daten gespeist würden", sagt Matthias Cuntz vom Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung (UFZ) in Leipzig zu SPIEGEL ONLINE. Einen direkten Effekt auf das Verständnis vom Treibhauseffekt hätten die Zahlen aber nicht: "Die neuen Zahlen zeigen lediglich einen höheren CO2-Umsatz", sagt Cuntz, der an der aktuellen Studie nicht beteiligt war. Der Treibhauseffekt bleibe unverändert - denn die langfristig in Pflanzen gespeicherte Menge an Kohlendioxid steige nicht und werde der Atmosphäre damit auch nicht entzogen.

Die Gruppe um Welp hatte CO2-Messungen aus den vergangenen 30 Jahren ausgewertet. Aufschluss gab die Analyse der Bestandteile des Treibhausgases: Sauerstoff und Kohlenstoff. Beide Elemente gibt es in einer leichten und einer schweren Variante. Je nachdem wie viel CO2 von Pflanzen verarbeitet wird, verändert sich das Verhältnis der CO2-Bestandteile in der Luft.

Die US-Forscher stellten regelmäßige Schwankungen von Jahr zu Jahr und einen Zusammenhang mit El Niño fest, einer monatelangen Wetterschwankung über dem Pazifik. So beobachteten sie, dass sich das Verhältnis der Sauerstoff-Varianten nach El-Niño-Ereignissen schneller normalisierte als bislang angenommen. Das deutet auf eine kürzere Umsatzzeit von Kohlendioxid in der Pflanzenwelt hin, erklärt Cuntz.

boj

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snickerman 29.09.2011
1. Bevor...
die ersten Dodos sich wieder einfinden und lauthals rumkrakeelen, Zitat aus dem Artikel: "Einen direkten Effekt auf das Verständnis vom Treibhauseffekt hätten die Zahlen aber nicht: "Die neuen Zahlen zeigen lediglich einen höheren CO2-Umsatz", sagt Cuntz, der an der aktuellen Studie nicht beteiligt war. Der Treibhauseffekt bleibe unverändert - denn die langfristig in Pflanzen gespeicherte Menge an Kohlendioxid steige nicht und werde der Atmosphäre damit auch nicht entzogen."
king_pakal 29.09.2011
2. --
Zitat von snickermandie ersten Dodos sich wieder einfinden und lauthals rumkrakeelen, Zitat aus dem Artikel: "Einen direkten Effekt auf das Verständnis vom Treibhauseffekt hätten die Zahlen aber nicht: "Die neuen Zahlen zeigen lediglich einen höheren CO2-Umsatz", sagt Cuntz, der an der aktuellen Studie nicht beteiligt war. Der Treibhauseffekt bleibe unverändert - denn die langfristig in Pflanzen gespeicherte Menge an Kohlendioxid steige nicht und werde der Atmosphäre damit auch nicht entzogen."
Gut, dass Sie vorausgeeilt sind, sonst müsste man ja noch über ein Thema diskutieren. Nach Snickermann: Klimaerwärmung ist die Folge vo des erhöhten CO²-Gehalt und ist 100%ig menschengemacht. Punkt! Keine weitere Diskussion!
ingenieur 29.09.2011
3. Jaja, das böse CO2
Zitat von king_pakalGut, dass Sie vorausgeeilt sind, sonst müsste man ja noch über ein Thema diskutieren. Nach Snickermann: Klimaerwärmung ist die Folge vo des erhöhten CO²-Gehalt und ist 100%ig menschengemacht. Punkt! Keine weitere Diskussion!
Blöd daran ist halt auch, dass es die letzten 10 Jahre trotz steigendem Kohlendioxidgehalt nicht wärmer geworden ist. Bin ja gespannt, wie lange die Sau "menschgemachte Klimaerwärmung" noch durchs Dorf getrieben wird. Wahrscheinlich bis zur nächsten Eiszeit....
drstrangelove 29.09.2011
4. Warum speichern die Pflanzen nicht mehr CO2?
Wenn die Pflanzen CO2 schneller aufnehmen als gedacht, aber trotzdem angeblich netto keinen groessere Menge von CO2 aus der Luft aufnehmen, dann muss man folgern, dass die Freisetzung von CO2 auch schneller erfolgt. Wurde das gezeigt? Und wenn ja, warum ist das so? Ueber den CO2 Kreislauf liest man immer wieder Erstaunliches. Mal nehmen die Waelder mehr auf, dann wieder weniger, mal sind sie Netto-Konsumenten, dann wieder Produzenten. Wer soll diesen Quark noch ernst nehmen.
exxtreme2 29.09.2011
5. f
Zitat von ingenieurBlöd daran ist halt auch, dass es die letzten 10 Jahre trotz steigendem Kohlendioxidgehalt nicht wärmer geworden ist. Bin ja gespannt, wie lange die Sau "menschgemachte Klimaerwärmung" noch durchs Dorf getrieben wird. Wahrscheinlich bis zur nächsten Eiszeit....
Das geht so lange solange man fett Subventionen auf Kosten des Steuerzahlers abgreifen kann.
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