Kooperation im Tierreich Elefanten arbeiten zusammen

Elefanten kooperieren miteinander, wenn sie ein gemeinsames Ziel verfolgen. Dies haben Tierpfleger in Indien beobachtet, die den Tieren beibrachten, Aufgaben zu lösen. Dabei warten die Tiere sogar geduldig auf die Hilfe eines Partners.
Wilder Elefant in Indien: Mit Teamwork zum Futter

Wilder Elefant in Indien: Mit Teamwork zum Futter

Foto: Anupam Nath/ AP

Washington - Dickhäuter vergessen angeblich nichts. Elefanten haben nicht nur ausgeprägte kognitive Fähigkeiten - sie können auch einige knifflige Aufgaben lösen. Inwieweit sie jedoch in der Lage sind, miteinander zu kooperieren, hat nun ein US-amerikanisch-thailändisches Forscherteam untersucht.

Joshua Plotnik von der Emory University in Atlanta und seine Kollegen wollten die kooperativen Fähigkeiten der größten Landtiere genauer erforschen: Sie trainierten zwölf Asiatische Elefanten aus dem Thai Elephant Conservation Center im thailändischen Lampang darauf, mit dem Rüssel an einem Seil zu ziehen und damit ein außer Reichweite befindliches Holzbrett zu sich heranzuholen. Auf dem Brett befand sich eine Schale mit Futter, das die Tiere als Belohnung bekamen. Bei dem Training assistierten die Pfleger den Elefanten, und bereits nach einem Tag hatten alle Tiere die Lektion gelernt.

Dann teilten die Forscher die Elefanten in sechs Gruppen mit je zwei Tieren ein und wickelten ein Seil so um das Brett, dass die beiden Enden auf einer Höhe lagen und dass sich beim Ziehen an einem Ende lediglich das Seil selbst, nicht aber das Brett bewegte. Das Holz selbst geriet nur dann in Bewegung, wenn an beiden Enden gleichzeitig gezogen wurde. Die Elefanten wurden dann paarweise mit der Aufgabe konfrontiert, das Brett zu sich heranzuholen. Das Ergebnis: Nach nur zwei Tagen schafften es alle Tiere in mindestens acht von zehn Fällen, die Belohnung zu ergattern, schreiben die Wissenschaftler im Wissenschaftsmagazin "Proceedings of the National Academies of Sciences".  

Geduldiges Warten auf die Hilfe

Ein weiterer Test machte deutlich, wie durchdacht die Dickhäuter vorgehen: Die Forscher führten erst einen Elefanten an das eine Seilende heran und mit einer Verzögerung von bis zu 45 Sekunden den zweiten an das andere Ende. Insgesamt drei Tage dauerte der Test, und die Tiere verbesserten ihre Leistung während dieser Zeit erheblich: In 88 bis 97 Prozent der 60 Versuche zeigten sie sich geduldig und warteten auf den helfenden Rüssel des anderen, bevor sie das Seilende anpackten.

Im nächsten Versuch befestigten die Forscher dann das Seil derart an dem Holzbrett, dass sich nur ein Seilende in Reichweite der Elefanten befand. Somit war jeder Versuch, das Brett zu sich zu ziehen, von vornherein zum Scheitern verurteilt. Die Wissenschaftler beobachteten schon nach einem Trainingstag, dass keines der sechs Elefantenteams versuchte, an dem verbleibenden Seilende zu ziehen. Damit konnten die Tiere nicht nur erkennen, dass der Partner unverzichtbar war, sondern auch, dass er Zugang zu dem zweiten Seilende haben musste, um die Aufgabe gemeinsam lösen zu können.

hda/dapd