Kopf unterm Vorderbein Dinosaurier schliefen wie Vögel

Dinosaurier steckten beim Schlafen den Kopf unter die vorderen Gliedmaßen - genau wie heute Vögel, die ihr Haupt mit einem Flügel bedecken. Aus dem Fossilienfund in China schließen Forscher, dass die Schlafhaltung der Vögel ihren Ursprung bei Sauriern hat.


Dinosaurier (Zeichnung): Schlaf wie ein Federvieh
DPA

Dinosaurier (Zeichnung): Schlaf wie ein Federvieh

Mei long - zu Deutsch "friedlich schlafender Drache" - so nannte ein chinesisch-amerikanisches Forscherteam das in Nordostchina ausgegrabene Fossil. In der Provinz Liaoning hatten die Paläontologen in letzter Zeit schon mehrfach gut erhaltene Saurier-Reste entdeckt.

Das Tier gehöre zu einer bislang unbekannten Dinosaurierart, schreiben Xing Xu von der Chinesischen Akademie der Wissenschaften und sein amerikanischer Kollege Mark Norell in der Fachzeitschrift "Nature" (Bd. 431, S. 838). Es handle sich um den ältesten Fund eines Fossils in der typischen Schlaf- und Ruheposition eines Vogels.

Der versteinerte Dinosaurier sitzt auf den Hinterbeinen, legt den Kopf an die Körperseite an und bedeckt diesen mit seinem Arm. Vogeltypische Merkmale seien daher schon in der Evolution von Dinosauriern und damit vor der Entwicklung der Vögel entstanden, schließen die Wissenschaftler aus der Entdeckung.

Mit seinen 53 Zentimetern ist das Fossil ein weiterer Beweis für die These vieler Forscher, dass eine kleine Körpergröße eine wichtige Voraussetzung für die spätere Entwicklung des Fliegens war.

Vögel verlieren die meiste Körperwärme am Kopf. Durch die typische Schlafposition mit dem Kopf unter dem Flügel kann zu großer Wärmeverlust während des Schlafens verhindert werden. Das in China gefundene Fossil zeigt, dass dieses Verhalten seinen Ursprung schon in den nicht vogelartigen Vorfahren der heutigen Vögel hatte.



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