Fossil auf der Halbinsel Krim Forscher finden größten Vogel der Welt

Er war mehr als drei Meter groß und lebte vor 1,8 Millionen Jahren. Auf der Halbinsel Krim haben Forscher eine bislang unbekannte Vogelart entdeckt - sie überflügelt den bisherigen Rekordhalter aus Madagaskar.

Riesiger frühzeitlicher Vogel (Rekonstruktion): Mindestens 3,50 Meter groß
DPAAndrey Atuchin/Russische Akademie der Wissenschaften/dpa

Riesiger frühzeitlicher Vogel (Rekonstruktion): Mindestens 3,50 Meter groß


Forscher haben auf der Halbinsel Krim am Schwarzen Meer Überreste eines riesigen frühzeitlichen Vogels entdeckt. Das straußenähnliche Tier sei mindestens 3,5 Meter groß gewesen und habe schätzungsweise 450 Kilogramm gewogen, berichten Experten von der Russischen Akademie der Wissenschaften. Das sei fast dreimal so schwer wie ein heute lebender Afrikanischer Strauß.

"Es ist das erste Mal, dass ein Vogel dieser Größe irgendwo auf der Nordhalbkugel entdeckt wurde", berichten die Wissenschaftler im Fachmagazin "Journal of Vertebrate Paleontology".

Bislang seien Forscher davon ausgegangen, dass solch große Vögel nur auf Inselgruppen um Madagaskar, in Neuseeland und Australien vorkamen. Auch der bislang als größter bekannter Vogel der Erde geltende Elefantenvogel lebte in dieser Region. Er war ungefähr drei Meter groß.

"Wir haben noch nicht genug Daten, um zu sagen, ob es sich um einen Strauß oder einen anderen Vogel handelt", sagt Nikita Selenkow von der Russischen Akademie der Wissenschaften und Hauptautor der Studie. Er hatte Knochen des großen, urzeitlichen Vogels in einer Höhle im Norden der Krim entdeckt.

1,8 Millionen Jahre alt

Am besten erhalten sei ein Oberschenkelknochen, berichten die Forscher. Diesen untersuchten sie dann auch besonders genau. "Der Knochen wurde letztes Jahr entdeckt und ist vermutlich 1,8 Millionen Jahre alt", erklärt Selenkow. Da er auf der Krim gefunden worden sei, könne man mit großer Sicherheit sagen, dass der Vogel einst auch dort gelebt habe.

Die Wissenschaftler gehen davon aus, dass der Vogel nicht fliegen, dafür aber schnell laufen konnte. Die Höhle, in der Selenkow die Knochen gefunden hatte, wurde erst 2018 entdeckt. Arbeiter waren beim Bau einer neuen Autobahn darauf gestoßen. In dem Netzwerk aus mehreren Kammern fanden Forscher auch Fossilien großer Fleischfresser, darunter Riesen-Geparden, Riesen-Hyänen und Säbelzahnkatzen, die nach Einschätzung der Wissenschaftler Mammuts jagen konnten.

jme/dpa



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