Weichtier-Plage Riesenschnecken erobern Kuba

Bis zu 20 Zentimeter lang und keine Fressfeinde: Auf Kuba haben sich Riesenschnecken breitgemacht, die eigentlich in Afrika leben. Behörden arbeiten an einem Verteidigungsplan.

Ismael Francisco/AP

Wie es die Riesenschnecken auf den Inselstaat Kuba schafften, ist unklar. Doch 2014 wurden in dem Land in der Karibik die ersten Exemplare entdeckt. Seitdem breitet sich Achatina fulica rasant aus. Die bis zu 20 Zentimeter langen Schnecken mit schillernd-gestreiftem Gehäuse sind mittlerweile in allen Provinzen des Landes aufgetaucht.

Die Weichtiere gehören zu den größten Landschnecken der Welt. Ursprünglich stammen die Tiere von der Ostküste Afrikas, sie haben sich aber weltweit in tropischen und feuchten Gebieten ausgebreitet.

Diese Riesenschnecken hat ein Mann aus Havanna in seinem Garten gefangen
Ismael Francisco/AP

Diese Riesenschnecken hat ein Mann aus Havanna in seinem Garten gefangen

Für Behörden und Anwohner sind sie ein Ärgernis, weil sie erhebliche Fraßschäden anrichten und in seltenen Fällen Parasiten übertragen können. Auf Hawaii, wo sich die Tiere ebenfalls ausgebreitet haben, hatte sich ein Mann mit einem Ratten-Lungenwurm infiziert, nachdem er eine Riesenschnecke roh verspeist hatte. Die Infektion führte zu einer lebensbedrohlichen Gehirnentzündung.

Weil sie dort und auf Kuba keine natürlichen Feinde haben, können sich die Schnecken ungestört vermehren. Sie könnten über Handelsrouten nach Kuba gelangt oder ausgesetzt worden sein. In einigen Ländern gelten die riesigen Schnecken als beliebte Haustiere.

Auf Kuba werden die Schnecken als invasive Art bekämpft. Behörden haben dazu aufgerufen, die Schnecken einzusammeln, aber nicht mit bloßen Händen anzufassen. Anschließend sollen sie in speziellen Behältern vernichtet werden.

koe/AP

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