Lästige Insekten Nach mildem Winter droht Mückenplage

Sie kommen als blinde Passagiere aus Osten und Süden: Exotische Mücken sind in Deutschland auf dem Vormarsch. Vom milden Winter profitieren sie ebenso wie die heimischen Arten.
Stechmücke (in einem Keller in Weinheim, Februar 2013): Ideale Bedingungen bei mehr als zehn Grad

Stechmücke (in einem Keller in Weinheim, Februar 2013): Ideale Bedingungen bei mehr als zehn Grad

Foto: Uwe Anspach/ dpa

Stechmücken könnten in diesem Jahr besonders lästig werden - und exotische Insekten sind weiter auf dem Vormarsch. So lautet das Fazit von Insektenforschern wegen des bisher milden Winters. So etwas komme den Tieren "sehr entgegen", sagt Sven Klimpel vom Biodiversität und Klima Forschungszentrum in Frankfurt am Main. Die Insekten profitierten von der Klimaänderung und den weniger ausgeprägten Jahreszeiten.

Bislang seien zwar noch keine Larven gefunden worden. Aber sobald es einige Tage richtig warm werde, beginne die Entwicklung der überwinterten Eier. Ideale Bedingungen dafür wären Temperaturen von deutlich mehr als zehn Grad über einige Tage. "Dann könnte es auch schnell zu einem lokalen, verstärkten Auftreten von Mücken kommen", so Klimpel.

Anders als bei anderen Insekten überwintern bei Stechmücken insbesondere die Eier. Ihnen machen Parasiten oder Pilze kaum etwas aus. Nicht nur heimischen Plagegeistern helfen die hohen Temperaturen dieses Winters: Exoten dringen immer weiter nach Norden vor. Die Asiatische Buschmücke hat sich nach den Beobachtungen der Forscher inzwischen in Baden-Württemberg, Hessen, Niedersachsen und Nordrhein-Westfalen etabliert und überwintert dort auch.

Ideale Träger von Viren

Bei der Asiatischen Tigermücke, die immer wieder in Süddeutschland gefunden wird, sind eigene Populationen noch nicht nachgewiesen. Aber Senckenberg-Forscher Klimpel ist sich sicher: "Beide werden sich in Europa ausbreiten und immer weiter nach Norden wandern."

Die exotischen Einwanderer, die mit Flugzeugen, Lastwagen oder auf Schiffen als blinde Passagiere nach Deutschland kommen, bringen neue Gefahren mit. Sie seien ideale Träger von Viren, die etwa das West-Nil-Fieber oder das Dengue-Fieber verursachen. Die Mücken selbst werden nicht krank, sondern sind sogenannte Vektoren. Sie befördern die Viren nur. Für eine Übertragung müssen die Insekten bei einem Infizierten Blut saugen und dann ihren Speichel mit den Erregern einem Gesunden bei der nächsten Mahlzeit ins Blut übertragen.

Mit einem bundesweiten Stechmücken-Monitoring untersuchen Wissenschaftler die Ausbreitung fremder Mückenarten in Deutschland. Dazu werden an verschiedenen Stellen Mücken in Fallen gefangen, um sie zu bestimmen und auf Erreger zu untersuchen. Dabei arbeiten Forscher mehrerer Institute zusammen.

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Insekten auf der Spur: Ein Atlas voller Mücken

Foto: Patrick Pleul/ dpa
chs/dpa
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